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Fröhlich Ableben
17. November 2005
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| „Josh Homme ist total
der liebe Kerl“: "Die Happy" plaudern aus
dem Nähkästchen. Bild:
SN/rockhouse |
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Von Demobändern, Vergleichen mit den "Guano
Apes" und Josh Homme: Die deutsche Rockband "Die
Happy" im FRITZ-Exklusiv-Interview.
Viele, die schon einmal versucht haben, mit der eigenen
Band einen Plattenvertrag zu erhaschen, werden es kennen:
Man glaubt, die Labels nehmen Demos entgegen, nur
um sie gleich darauf beim nächsten Papierkorb
wieder loszuwerden ohne sie auch nur einmal einem CD-Player
zugeführt
zu haben. Doch die Geschichte um "Die Happy" beginnt
genau dort.
Thorsten Mewes erzählt, dass er einfach
ein Demo, das er zusammen mit seiner - damals noch
in anderer Formation spielenden - Band aufgenommen
hatte, zu Sony/BMG sandte und dort auch prompt engagiert
wurde. Die Gründe für die Ablehnung sollte
eine Band selbstkritisch bei sich selber suchen. Natürlich
müsse man, um bei einem Major Label aufgenommen
zu werden, Musik machen, die für den Mainstream
geeignet ist und die auch nach etwas klingt. Demos
mit 15 Liedern, von denen vielleicht ein Track irgendwo
in der Mitte richtig gut ist, hört sich keiner
an.
Auf die Frage, wieso "Die Happy" in Englisch singen,
reagieren die beiden mit einem Lachen. Die Antwort
ist simpel aber dennoch ziemlich überraschend:
Simpel, weil die gebürtige Tschechin Marta,
als sie 1993 zur Band stieß, noch kein Wort
Deutsch konnte und überraschend,
weil man das wegen des perfekten und völlig akzentfreien
Deutschs kaum glauben mag. Und auch der vor wenigen
Jahren einsetzende „Deutsch-Hype“ rund
um Bands wie „Wir sind Helden“ und die „Sportfreunde
Stiller“ war
für die vier Ulmer kein Grund, sich darauf einzulassen.
Man blieb dem eigenen Stil treu.
Treu bleibt man auch dem Standpunkt, dass
man mit den „Guano Apes“ nicht vergleichbar
sei. Die Parallelen zur mittlerweile aufgelösten
Kult-Crossover-Band bestünden nur darin, dass
man in einer ähnlichen Formation spiele. „Zu
95% kommen diese Vergleiche aus der Presse“ ärgert
sich Marta ein wenig, denn sie könne musikalisch
keine Ähnlichkeiten finden, schließlich
sei die eigene Musik um ein vielfaches ruhiger und
poppiger als die der „Guano Apes“.
„Josh Homme ist total der liebe Kerl“ findet
Marta, als sie über die „Queens of the Stone
Age“ & „Monster Magnet“ Tour,
bei der "Die Happy" als Support mittourten, erzählt. Überraschend
erfährt man sogar, dass jener heute - im Gegensatz
zu früher - mit bewusstseinsverändernden
Stoffen eher weniger zu hat und man ihn auf der gesamten
Tour nur ein einziges Mal mit einem Bier in der Hand
gesehen hat. Auch ansonsten findet sie für die „Qotsa“ und „Monster
Magnet“ nur lobende Worte. Auf der Tour wurde
man gleichberechtigt behandelt und durfte sich Bühne
und Lichttechnik ohne jede Einschränkung einrichten
- und das, obwohl man nur Vorband war.
Überhaupt genießt es die Band, nicht
allzu berühmt
zu sein. Dass man hin und wieder auf der Straße
erkannt wird ist zwar schön und vor Konzerten
auch durchaus häufiger der Fall, aber man ist
glücklich, dass das Ganze nicht völlig ausgeartet
ist, wie man es von einigen Popstars kennt. Auch der
Stress hält sich noch in einem akzeptablen Rahmen
und so ist es kein Problem, einmal länger an einem
Album zu arbeiten so wie es bei der aktuellen LP „Bitter
to Better“ (FRITZ-CD-Tipp: "Lustiger
ableben") der Fall
war. 30 bis 40 Stücke
schrieb die Band für dieses Album, um dann die
besten elf auf CD zu pressen. Diese Lieder stellten
dann auch gleich den Hauptteil des gelungenen Salzburg-Konzerts
dar, welches „Die Happy“ im
Anschluss an das Interview im Rockhouse gaben.
Wer "Die Happy" live erleben will, muss bis nächstes Jahr warten. Die heurige Österreich-Tournee
haben die Vier am 5. November in
Linz abgeschlossen.
#lukas gasser
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