| Fluch über Wannabes
26. April 2000 "Ihr
wisst nicht wer ich bin, hört nur die Schwerter klingen, Curse von Schmerzen singen,
die schwersten Gefühle ehrlich in Verse bringen." ("Wahre Liebe").
Einen "Fluch" (engl. curse) spricht Michael S. Kurth, a.k.a. Curse, gegen
alle Fake MCs aus, indem er bombastisch rasante Raps ohne Ende kickt. Eine gelungene
Kostprobe davon gibt es für alle Fans und die, die es noch nicht sind, auf seinem
Debüt-Album "Feuerwasser". Es werden sich jetzt viele wundern, wie ich
diese "nervige" Stimme aushalten kann. Zugegeben, anfangs störte mich seine Art,
die Wörter in die Länge zu rappen, schon extrem. Wenn man aber konzentriert und
intensiv den Lyrics lauscht, entdeckt man fetteste Reimkombinationen. Metaphernreichtum
gekoppelt mit dicken Beats sorgten zuerst für Verblüffung und dann für Props von
meiner Seite. "Seance feat. The Arsonists, Shabazz The Diciple and Stieber Twins"
finde ich besonders gut. Harten Street-Talk findet man in "Auf uns ist Verlass"
(feat. Tone vom legendären Frankfurter Hip-Hop-Duo Konkret Finn). "Ich warn dich
schon mal, du dummer Penner, denn es wäre kein Wunder wenn er dir deine Trommelfelle
zerreißt und einer deiner Gesichtszüge auf der Stelle entgleist." Curse's
Texte sind von Gegensätzen geprägt: Neben Battletexten gibt es jede Menge witzige
und durchaus philosophische. Hin und wieder kann es auch ganz schön derb werden.
Einziger Schwachpunkt sind die "Zehn Rap Gesetze", denn Hip-Hop-Kenner haben das
alles schon mal gehört! #steph |