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CD feierte 20. Geburtstag
23. Jänner 2003
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| Klein, unempfindlich und - zum
Leidewesen der Musikindustri - leicht zu kopieren
Bild: SN/mike |
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Internet und CD-Brenner müssen als Sündenböcke
für die anhaltenden Umsatzeinbußen herhalten.
Heitere Töne waren bei den Managern der Musikindustrie
auch im Jahr 2002 des 20. Geburtstags der CD kaum zu
hören. Wenn man die richtige Hintergrundmusik für
die Stimmung in der Branche aussuchen müsste, würde
die Wahl wohl nicht auf Rock oder heißen Latin-Pop
fallen, sondern auf den Andante-Satz eines Violinkonzerts
oder einen traurigen Blues. Zum dritten Mal in Folge
wird der Umsatz der deutschen Musikkonzerne rund zehn
Prozent schrumpfen, erklärte der Bundesverbands
der Phonographischen Wirtschaft. Hauptgrund seien Millionen
von illegal kopierter CDs und das Herunterladen von
Musikdateien aus dem Internet.
Da kommt in den Vorstandsetagen der Musikkonzerne
gelegentlich Sehnsucht nach der guten alten Schallplatte
auf. Die konnte zwar auch auf Kassette kopiert werden,
aber das dauerte und die Qualität sank mit jeder
Kopie. Die CD brachte der Industrie in den 1980er Jahren
zwar einen gewaltigen Aufschwung: Fast jeder Hit konnte
nochmal auf einer "glitzernden Scheibe" veröffentlicht
werden. Hinzu kam in Deutschland die Wiedervereinigung,
die dazu führte, dass ostdeutsche Musikfans ihre
Sammlungen innerhalb weniger Jahre kräftig aufstockten.
Doch die CD brachte auch das Unheil mit sich: Seit es
preiswerte CD-Brenner gibt, lässt sich digitale
Musik schnell und einfach vervielfältigen.
Im Jahr 2001 überstieg die Zahl der mit Musik
bespielten Rohlinge erstmals die der verkauften CDs.
Eifrig unterstützt die Industrie Razzien auf Flohmärkten,
die Musikpiraten das Handwerk legen sollen. Im Internet
registrierte der Phonoverband 2001 allein in Deutschland
500 Millionen illegaler Downloads. "Wenn wir nur
ein Prozent davon als Singles verkauft hätten,
wäre das schon ein super Kick gewesen", meint
Sprecher Hartmut Spiesecke. Die Industrie überzieht
die oft in den USA ansässigen Austauschbörsen
daher mit Klagen. Doch das Internet ist schnell: Wenn
bei "Audiogalaxy" nichts mehr geht, sind "KaZaA"
oder "imesh" nur einen Mausklick entfernt.
Pech für die Kläger: die Muttergesellschaft
von "KaZaA" sitzt im Südsee-Inselstaat
Vanuatu, der kein Rechtshilfeabkommen mit anderen Ländern
hat.
Dabei ist durchaus umstritten, dass das Internet-Downloaden
dem Absatz der Musikindustrie schadet. Es gibt auch
Studien, die dieses Angebot eher als Appetithappen für
den Kauf ganzer Alben im Laden werten. Bertelsmann versuchte
mehrere Jahre lang verzweifelt, die einst angesagte
Tauschbörse Napster zu erwerben und in ein legales
Angebot umzuwandeln, doch im September untersagte ein
US-Gericht dem Medienkonzern endgültig die Übernahme.
Andere Musikkonzerne starteten unter Namen wie "Rhapsody"
und "Pressplay" legale Dienste. In Deutschland
rief Universal im August Popfile ins Leben. Das Herunterladen
eines Songs kostet dort 99 Cent. Doch Experten bezweifeln,
dass die Nutzerzahlen auch nur annähernd an die
der illegalen Seiten herankommen.
Um aus dem Umsatztief wieder herauszukommen, setzt
der Phonoverband unter anderem auf das neue Urheberrecht,
den weiter expandierenden DVD-Markt und eine Radio-Quote
für neue Songs. Kritiker halten der Industrie hingegen
mangelnde Kreativität vor: Die CD sei immer noch
ein Einheitsprodukt, das in der bestehenden Form entweder
zu teuer sei oder zu wenig Mehrwert biete. Kleine Labels
wie zu Beispiel Winter & Winter in München
setzen stattdessen auf aufwendig produzierte CDs ("Hörfilme")
mit spezieller Verpackung und Booklets, die oft von
bekannten Künstlern gestaltet werden. Gewisse Extras,
die sich eben nicht in digitale Form gießen oder
kopieren lassen.
#apa/m2e
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