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Bayrisches Rap-Gewächs
8. November 2003
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| Blumentopf überzeugen in
ihren Texten durch Witz und Selbstironie. Bild:
SN/Fourmusic/Horst Klover |
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Blumentopf kommen mit ihrem neuen Longplayer im
Gepäck nach Salzburg und topfen morgen, Sonntag,
das House um.
Vor ungefähr zwei Jahren interviewte FRITZ die
fünf Jungs vom Blumentopf in Linz. Damals gingen
die Bayern mit ihrem dritten Album an den Start. Grund
genug für die Frage, was denn die Scheibe von den
beiden Vorgängern unterscheide. Darauf gab es leider
keine klare Antwort - vermutlich gäbe es die aber
auch nicht in Bezug auf Gern Geschehen,
dem vierten musikalischen Gewächs des Topfs.
Höchste Zeit, mal umzutopfen, könnte man
meinen - oder ist nicht das, was wir gewohnt sind, genau
das, was wir wollen? Würde man ein neues, womöglich
mieses Konzept dem altbewährten vorziehen?
Beats, Lyrics und Konzept wurden kaum verändert
- egal! Geblieben ist ihr Sinn für Humor, Selbstironie
und Wortspielerei: Leute live zu rocken ist wie
lesen, manche lernen es nie. Doch am Mic hab ich mehr
Ausstrahlung als Kernenergie. Anstelle von aggressiven
Punchlines posen die Jungs mit intelligenten Reimen
zum Schmunzeln und Nachdenken. Ein Merkmal, das die
Crew seit ihrem Debüt Kein Zufall interessant
macht. Im Gespräch verriet Roger damals: Das
Hauptproblem beim Variieren des Textaufbaus ergibt sich
aus der Vielzahl der MCs. Vier Rapper hätten
es schon schwer genug, ihre unterschiedlichen Vorstellungen
in einen Track einzubringen. Umso komplizierter sei
es dann, die Struktur der Lyrics immer wieder zu erneuern.
Am besten eignen sich da so genannte Prinzip-Lieder
wie Man kann nicht alles haben und Liebe
& Hass.
Der neue Longplayer Gern Geschehen burnt
mit groovigen Instrumentals, Samples an den richtigen
Stellen und besticht vor allem durch die witzigen Textzeilen
wie: Wir releasen ne LP voll fetter Beats
und Burnerraps und scheißen auf Popmusik wie Amis
aufs Völkerrecht!
Ist das Teil mal eingelegt, wird man keinen der 22
Songs überspringen. Danke Bush! ist
der einzige überflüssige Track auf dem Album.
Blumentopf steht für ironisch aufbereitete Alltagssituationen
und sollte das Politisieren besser anderen Bands überlassen.
Morgen, 9. November, kann man sich in Salzburg auch
von den Live-Qualitäten des Quintetts überzeugen.
Berüchtigt für seine innovative Show, gespickt
mit vielen Freestyle-Einlagen und spontanen Aktionen,
wird der Blumentopf zweifelsohne das (Rock-)House rocken!
#stephan kliemstein
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