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Straight outta Berlin
20. Jänner 2004
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| Aggro Berlin mit Deutschlands
Gangster-Rappern Sido, Bushido und B-Tight Bild:
SN/aggro |
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50 Cent zeigt, wie chartfähig Gangster-Rap
sein kann. Seit Jahren versucht das deutsche Underground-Label
"Aggro Berlin" den selben Weg zu beschreiten.
Weihnachtszeit, Weihnachtszeit, sagt allen bescheid,
dass wenn Sido kommt und 'nen Sack bei hat, ist Weihnachtszeit...
- Was zur Hölle soll das denn?! Tatort: Die Musikshow
Get The Clip auf Viva Plus. Zeitpunkt der
Tat: Weihnachten im Vorjahr. Der Weihnachtsmann wird
in einem Waldstück bei Berlin auf grausame Weise
von einem maskierten Mann ermordet. Markenzeichen des
Täters: eine Totenkopfmaske. Der Mörder schlüpft
in die Identität des bärtigen Mannes und verschafft
sich so Zutritt zu diversen Häusern, in denen er
sich breit macht - mit Whisky und Gras.
Zugegeben, dieser Videoclip ist eine etwas schräge
Interpretation des Fests der Liebe. Alle
Spuren führen zu dem Berliner Underground-Label
Aggro Berlin und ihrem neuesten Werk Ansage
No. 3. Als Hauptverdächtiger darf Rapper
Sido gelten, der zusammen mit B-Tight der Crew A.I.D.S.
(Alles Ist Die Sekte) angehört. Spekuliert wird
über eine mögliche Mittäterschaft von
Bushido, ein Kollege des Duos.
Bushidos Debut-Album "Vom Bordstein bis zur Skyline"
erkämpfte sich bereits im Sommer vergangenen Jahres
beachtliche Chart-Positionen, mit dem Weihnachtssong
versucht Aggro den Breakthrough. Seit Anbeginn weigern
sich deutschsprachige Radiostationen und Fernsehsender,
Aggro-Produktionen ins Programm aufzunehmen. Zu abschreckend
wirken die provokanten Texte. Ein Problem, das auch
Kool Savas bremste. Österreichs FM4 boykottierte
ihn wegen seiner homophoben Reime. Dass damals EMINEM
viel deutlicher Schwulenfeindlichkeit mit
seinen Zeilen formulierte, schien niemanden zu beunruhigen.
Der beste Tag meines Lebens brachte Savas
dann den Durchbruch. Ein Album, das durch Videos eine
neue Hörerschaft erschloss, eingefleischte Fans
jedoch bitter enttäuschte. Um die Charts zu erklimmen
stutzte der Berliner seine sexistischen und rauen Lyrics.
Ein Credibility-Verlust, den die Jungs von
Aggro Berlin vermeiden wollen. Bushido spottet: Der
Savas hat doch keine Eier. Der tut voll hart mit "Lutsch
meinen Schwanz" (alter Savas-Track) und seine Freundin
ist viel härter als der. Der merkt jetzt auch,
dass er einen Fehler gemacht hat mit seinem schwulen
Album "Der schönste Tag meines Lebens".
Der will jetzt wieder härter werden, weil er geschnallt
hat, dass die Leute drauf abfahren.
Als Deutschlands erste Gangster-Rapper haben sich Sido,
Bushido und B-Tight per Mundpropaganda und Internet
einen beachtlichen Namen gemacht. Sie behaupten aus
ärmlichen Verhältnissen zu stammen, aus Ghettos.
Für sie zählen Männer-Handys und
keine bunten Tunten-Handys, Schlampen
und die Kohle, um ihren Style zu finanzieren. Bevor
sie sich verbal battlen, hauen sie lieber gleich
auf die Fresse. So wär´ Berlin halt.
#stephan kliemstein
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