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| Yellowcard Lights
and Sound (Capitol) |
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Punk-Gelbsucht
2. Februar 2006
Nach einem erfolgreichen Major-Debüt veröffentlichen
die Melody-Punker "Yellowcard" ihr zweites
Album "Lights and Sounds".
Doppel-Platin in den USA, ein Gastauftritt auf dem
Soundtrack zum Blockbuster-Film „Spider-Man 2“ – in
nur knapp drei Jahren hat die Melody-Punk-Pop-Band „Yellowcard“ aus
Florida einen wirklich sagenhaften Aufstieg erlebt.
Während die Geldbeutel der Band-Mitglieder immer
dicker wurden, konnte einer in der Gruppe dem Druck
nicht mehr Stand halten:
Lead-Gitarrist Benjamin Harper warf das Handtuch. Die
durch den Ausstieg freigewordene Stelle blieb jedoch
nicht lange unbesetzt: Harpers Platz nimmt jetzt Ryan
Mendez, Ex-Gitarrist von Staring Back, ein – ein
würdiger Ersatz.
Vervollständigt und mit frischem Wind in den
Segeln, released der Fünfer aus Jacksonville nun
den Nachfolger zum erfolgreichen Überraschungshit „Ocean
Avenue“ aus 2003. Begleitet von Akustikgitarren
und einem 25 Mann starken Orchester demonstrieren Ryan
Key, Sean Mackin, Peter Mosely, Longineu Parsons III
und Band-Frischling Ryan Mendez auf „Lights and
Sounds“ (Capitol
Records) wie facettenreich sich Pop-Punk anhören
kann. Vor allem die Streicher sorgen dabei für
Hochgeschwindigkeiten und Individualität (im Genre
klingt bekanntermaßen vieles oft sehr ähnlich).
Entstanden ist ein 14-Tracker, der in vielerlei Hinsicht
reifer und erwachsener klingt, als sein Vorgänger.
Weniger verspielt, dafür oftmals nachdenklich
und manchmal sogar etwas melancholisch. Das ist auch
der Grund, warum sich dieses Mal nicht ganz so viele
Songs im Gehörgang festbeißen (Ohrwürmer
vor drei Jahren: Ocean Avenue; One Year, Six Months
uvm.).
„Wir sind definitiv eine positive Band“ behauptet
Ryan Key. Genau diese und ähnliche Aussagen werden
vermutlich viele Hardcore-, Emocore,- und Screamo-Fans
etwas abschrecken. Liebhaber von raueren Tönen
dürften „Yellowcard“ eher als „brav“ und „sanft“ empfinden,
auch wenn sich deren Tempo einem echten Hardcore-Kracher
gelegentlich nähert.
Das gelungene Zusammenspiel von lauten und leisen
Passagen bewahrt die Harmonie auf der Scheibe. Ausbrüche
und Aggressionen sind hingegen selten anzutreffen. „Lights
and Sounds“ erweist sich als angenehm rund, ohne
Lowlights und ohne gröbere Fauxpas.
Lieblingsnummer: „City Of Devils“.
Fazit: Nahrhaft und reichhaltig – Punk-Kost á la „Blink
182“ und „Descendents“. Sehr zu empfehlen.
#stephan kliemstein
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