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Funkalicious
10. Juni 2005
„69 Overdrive“ ist das bereits 1997
aufge-nommene Album einer mittlerweile nicht mehr
existenten, dafür
aber legendären Funkband.
Ich komme mir irgendwie wie im „Studio 54“ vor
und bin versucht, dem halbnackten Barkeeper ein viel
zu hohes Trinkgeld zu geben, als ich das neue „Spice“-Album
zum zweiten Mal auf eine Runde im CD-Player schicke.
Was die deutsche Funkband eigentlich schon 2001 in
die Läden stellen wollte und es nun doch erst
2005 gemacht hat, gleicht einer Zeitreise.
Nur in welche Zeit? Der Opener „Love is in
the City“ wurde mit netten House-Klängen
unterstützt, und könnte problemlos in diversen
hippen Loungebars laufen, doch bereits Nummer Zwei
und Drei schlagen einen etwas anderen Ton an. Es geht
nun an die funkige Substanz, jawohl, es darf gegroovt
werden, bis die Schwarte kracht. Zwar nicht ganz im
Stile eines James Brown, dafür aber weit relaxter
und entspannter. Fließender Gitarrensound wurde
mit Streichern und Bläsern eingespielt, der Gesang
lässt nicht auf die deutsche Herkunft der Kombo
schließen, eher vermute ich einen Club im Amerika
der 60ties als Heimat der sechs Musiker aus dem Nachbarland.
Lediglich zur Fertigstellung eines letzten Songs
für das Album kam „Spice“ noch einmal
im Studio zusammen. Die Band, die es 1994 sogar zu
einem Live-Auftritt bei den MTV Europe Music Awards
in Berlin schaffte, zieht es vor, getrennte Wege zu
gehen und hinterlässt mit Sicherheit eine Lücke
in diesem, ohnehin spärlich besetzem Genre in
Europa.
„Spice“ liefern mit „69 Overdrive“ einen
würdiges Abschiedsgeschenk an die Funkgemeinde.
Entspannte Tracks werden von noch entspannteren abgelöst,
der „very easy listening Sound“ der deutschen
Band sollte eigentlich in keiner gut sortierten Plattensammlung
fehlen.
#günther schmidhuber
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