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Back to the Primitive
20. November 2005
Die Könige des Ethno-Metals sind zurück:
"Dark Ages" zeigt "Soulfly" von ihrer besten Seite
und klingt straighter und brutaler als die Vorgänger.
Gute Nachricht für alle, die den altein "Roots-Zeiten"
von Max Cavalera’s Ex-Band "Sepultura" nachtrauern
und denjenigen, denen dessen neue Band "Soulfly" bisher
zu experimentell war: "Dark Ages", deren neuester Output,
ist so hart und rau wie kein Soulfly-Album zuvor!
Sicher, Herr Cavalera integriert immer noch gerne
exotische Musik der von ihm bereisten Länder in
seine Songs und hat wieder einige Gastsänger am
Start (darunter Billy Milano und seinen Sohn Richie).
Anders als beim vorigen Album "Prophecy" stehen
allerdings wieder fette Gitarren und groovende Drums
(diesmal meist ohne Percussion) im Vordergrund, was
das neue Werk ein ganzes Stück roher und wütender
als seine Vorgänger wirken lässt. Als Grund
für seine neugewonnene Aggressivität nennt
Cavalera den Tod seines Enkels Moses sowie seines langjährigen
Freundes Dimebag Darrel (Ex-"Pantera", "Damageplan"),
der letztes Jahr während eines Konzerts niedergeschossen
worden war.
Dementsprechend klingt auch die Stimme des Soulfly-Chefs:
Gnadenlos brüllt sich Cavalera seine
(zugegebenermaßen immer noch sehr primitiven)
Lyrics aus dem Leib.
Melodische Elemente machen sich erst im Laufe der
Zeit bemerkbar: Beispielsweise in Form von dem serbischen
Künstler Coyote, der auf dem Song "Innerspirit" die
cleanen Vocals übernimmt. Auf "Riotstarter" gibt’s
dann anfangs doch noch die unverzichtbaren Tribal-Percussions,
gefolgt von dem coolen atmosphärischen Hardcore-Groover "Bleak".
Wirklich interessant wird’s dann gegen Ende
hin: Die letzten beiden Tracks des Albums "Stay
Strong" und "Soulfly V" haben eine
Gesamtlänge von 19 Minuten und sind zweifellos
die kompositorisch interessantesten Lieder des Albums.
Richie Cavalera’s Gesangsperformance auf "Stay
Strong" ist zwar mehr schlecht als recht, versprüht
aber gerade durch seine sich ständig überschlagende
Stimme einen gewissen Reiz. Mit "Soulfly V" erwartet
den Hörer dann die größte Überraschung:
Den Abschluss der bislang härtesten Soulfly-CD
bildet nämlich ein 10-minütiges Instrumental,
das mit den Geräuschen von Regen und einem an
Incubus (!) erinnernden Gitarrenriff beginnt, das sich
schließlich in eine entspannte, ein bisschen
spanisch klingende Melodie verwandelt.
Der langen Rede kurzer Sinn: Für Soulfly- sowie
Sepultura-Fans ist "Dark Ages" sowieso
ein Pflichtkauf, aber auch jede/r Andere, der/die halbwegs
Interesse für harte Musik aufbringen kann, sollte
in dieses Album unbedingt mal reinhören!
#sebastian müller
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