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| Sage Francis A
Healthy Distrust |
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Sage in Rage
8. Februar 2005
Sage Francis geht mit seinem zweiten Album "A
Healthy Distrust" an den Start: Hass, Sozialkritik
und Poesie.
Er ist weiß und rappt: Nein, es handelt sich
hierbei weder um Eminem noch um ein Member von den Beastie
Boys. Sein Name ist Paul Francis alias Sage Francis.
Hier zu Lande noch eher unbekannt, hatte der 27-jährige,
selbst betitelte "Underground-Rapper", bereits
2002 sein Debüt-Album "Personal Journals"
released. Zwei Jahre danach wechselte Sage vom Anticon-
zum Epitaph-Records-Label. Am siebenten Februar erschien
nun sein sein neues Werk "A Healthy Distrust"
(zu Deutsch: Ein gesundes Misstrauen).
Das Album glänzt durch aggressive Punchlines,
die sich im Unterschied zu vielen anderen MCs
nicht nur gegen verfeindete Musiker, sondern
vor allem gegen Staat, Regierung und Gesellschaft richten.
Schon im Alter von acht Jahren entdeckte Sage Francis
seine Liebe zum Hip-Hop. Von den frühen Anfängen
im Elternhaus in Rhode Island bis zum tatsächlichen
Label-Deal verging jedoch einige Zeit. Er bastelte an
Demotapes, gründete die "Non Prophets"-Crew
und nahm an diversen Battles teil. Zudem hatte Francis
seine eigene Radio-Show. Public Enemy und Run DMC gehören,
nach eigenen Angaben, zu seinen großen Vorbildern.
Was Sage Francis auszeichnet, ist dass er in Zeiten,
in denen der Beat oft mehr zählt als das gesprochene
Wort, die Instrumentals auf ein Minimum reduziert und
den Raps dadurch mehr Ausdruck verleiht. Gitarrenmelodien
und düstere Zeilen eines Mannes, der sich von musikalischen
Schranken im Hip-Hop wenig beeindruckt zeigt: Sage überschreitet
Grenzen, ignoriert Regeln und wird gerade dadurch sympathisch.
Trotz eines überwiegenden Anteils an ernsteren
Texten vergisst der Rapper nie, die 15 Tracks mit etwas
Selbstironie aufzulockern: "Grammatical mistakes
in every sentence I speak, it doesn´t matter,
I make enough sense to seem deep."
Ob der Rapper nur pseudo-poetische Reime kickt oder
ob seine Zeilen echten Tiefgang haben, muss jeder für
sich selbst entscheiden.
Den Höhepunkt der Scheibe bildet der Schlusstrack
"Jah didn't kill Johnny", in dem Sage dem
verstorbenen Johnny Cash seinen Respekt bezeugt: "Jah
didn't kill Johnny, he had a date with death, it was
a slow train coming, and we've all got a train to catch.
But lord, take your filthy claws off the rest of my
friends."
Fazit: Sage Francis schmückt gekonnt Wut und Hass
mit Poesie. Die Beats sind gelungen und unterstützen
den Künstler, ohne dabei zu viel Aufmerksamkeit
zu verschlingen. Francis bewegt sich mit "A Healthy
Distrust" fernab vom Kommerz und wird vermutlich
auch dort seinen Hörerkreis finden.
#stephan kliemstein
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