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| Quit your Dayjob Quit
Your Dayjob (Bad Taste Records, 2004) |
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Nie mehr arbeiten ...
11. Jänner 2004
Durchgeknallt, völlig bescheuert und doch ziemlich
interessant: Die Debüt-EP von "Quit Your Dayjob".
Quit Your Dayjob! Naja, ob die drei Schweden tatsächlich
ihren Brotjob aufgeben sollten, um sich völlig
der Kunst zu widmen - wie es die gern benutzte Phrase
des Bandnamens suggeriert - sei einmal dahingestellt.
Aber vielleicht findet sich, dank Wegbereitung von Digital
Hardcore, Mille Plateaux und den ganzen Elektro-Punk-Scheppereien
der letzten Zeit, ja doch eine Käuferschaft für
dieses Mini-Album, die den drei - sagen wir einmal -
Musikern ein nettes Einkommen beschert.
Wie klingt also dieses knapp eine Viertelstunde langes
CDchen, das auf dem passend betitelten Label "Bad
Taste Records" erschienen ist? Naja, da sind mal
acht, räusper, Songs, die in etwa nach dem gleichen
Strickmuster zusammengekloppt wurden: sehr simple Beats,
nölige Keyboard-Spielereien, ein wenig schrammelnde
Gitarre, und dazu dann ein Kerl, der mit Inbrunst beknackte
Texte plärrt: "Open up, you coconut!"
Und vielleicht sollten wir noch erwähnen, daß
der Text selten diese Länge überschreitet,
und die betreffende Zeile dann einfach in zigfacher
Wiederholung geschrien wird. Da nur ein, hm, Song länger
ist als 2 Minuten, wird das aber auch nicht ganz so
fad, wie's klingt. Beziehungsweise: Es klingt nicht
ganz so fad, wie's sich liest.
"Es ist ein Trauma!", heißt es an einer
Stelle (in "Pigs from hell"), aber ganz so
weit wollen wir nicht gehen. Quit Your Dayjob sind eher
wie die Neue Deutsche Welle auf ganz schlimmen Drogen,
wie ein Anarcho-Punk am Soundchip des C64. Und jetzt
kommt die Überraschung: Das ist so wunderbar beknackt,
daß es Spaß macht. Ehrlich. Und überall
lauern interessante Überraschungen, wie das supercoole
Riff in "Wasted", und langweilig wird's nie,
weil die Ideen kompakt gehalten werden.
Wer unterm Weihnachtsbaum das exzellente neue Album
von Cobra Killer fand und irgendwie auf den Geschmack
gekommen ist, sollte hier durchaus mal reinhören.
Man muß ja deswegen nicht gleich den Job kündigen.
#christian genzel
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