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| Queens of the Stone Age Lullubies
to Paralyze |
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Wiegenlieder für Erwachsene
10. April 2005
Die "Queens of the Stone Age" liefern mit "Lullubies
to Paralyze" ihr mittlerweile viertes Album ab.
Irgendwie ist es anders, was die „Queens
of the Stone Age“ hier als viertes Album präsentieren.
Wundern wird es wohl keinen, immerhin ist dies die
erste Platte ohne Gründungsmitglied Nick Olivieri.
Mit der Unterstützung vieler hochkarätiger
Gastmusiker, wie beispielsweise PJ Harvey oder Billy
Gibbons von ZZ Top bringt es Joshua Homme, Mentor und
unumstrittene Haupt-Queen trotzdem zustande, ein großartiges
Album abzuliefern.
Genau wie die drei vorhergegangen QOTSA-Longplayer
beeindruckt „Lullabies to Paralyze“ mit
unglaublicher Eingänglichkeit und markantem Repeat-Faktor.
Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich groß, beim zehnten
Durchgang abermals auf neue Feinheiten zu stoßen.
Dies ist definitv kein Longplayer zum schnellen Darüberfliegen,
hier wird Rockmusik mit Raffinesse geboten. Die dem
Stoner-Rock zugeschriebenen, klaren, schweren Riffs
werden nicht ausgespart, allerdings ist eine neue Experimentierfreudigkeit
bemerkbar. Vor allem Blues, Folk und psychodelische
Klänge scheinen es Herrn Homme angetan zu haben.
Der Einsatz eines Orchesters auf einem der Songs bestätigt
die Experimentier-These zur Gänze. Leider fehlen
die rotzigen, punk-angehauchten Titel, denen Nick Olivieri
für gewöhnlich seine Note verlieh. Dieser
wurde übrigens wegen desübermäßigen
Konsums illegaler Substanzen und damit verbundenen
Exzessen aus der Band geworfen. Herr Homme, selbst
kein Kind der Traurigkeit, hat somit völlig freie
Bahn zur Realisierung seiner „Queens of the Stone
Age“ und
lässt sich auch nicht zweimal darum bitten. Neben
dem typischen Stoner-Sound kommt stark der Einfluß dieses
rastlosen Musikers durch, der sich mit Nebenprojekten
wie „Desert Sessions“ oder den „Eagles
of Death Metal“ die Zeit abseits der „Queens
of the Stone Age“ vertreibt.
Als Nachfolger eines der größten Rock-Alben
der letzten Jahre („Songs for the deaf“)
ist es wahrlich nicht einfach, die inzwischen riesig
gewordenen Fangemeinde zu befriedigen. Völlig
neue Herausforderungen konfrontieren die „Queens
of the Stone Age“ inzwischen mit dem Star-Alltag.
MTV und die dazugehörende Musikindustrie hat Interesse
bekundet, neben kreativen Ergüssen muss nun auch
auf die Massen geachtet werden. Diese Gratwanderung
gelingt Josh Homme außerordentlich gut, er versteht
es, Songs mit Chartpotential („Little Sister“)
neben echten Stoner-Krachern („the blood is love“)
zu platzieren, ohne die beiden in Konkurrenz zu bringen. „Lullabies
to Paralyze“ ist mit Sicherheit ein würdiger
Nachfolger für „Songs for the deaf“.
Fazit: Licht abdrehen, Augen zu und von weiteren
musikalischen Schmuckstücken in dieser Größenordnung
träumen. FRITZ stimmt mit den „Queens of
the Stone“ bei 9 von 10 Sirenengesängen
mit ein und stellt sich darauf ein, dieses Album für
einen längeren Zeitraum nicht mehr aus dem Player
zu nehmen.
Die „Queens of the Stone Age“ sind übrigens
beim von
18. bis 20. August stattfindenden „Frequency-Festival“ zu
bewundern.
#günther schmidhuber
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