| Grindcore mit Wiener Schmäh
25. August 2004
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| Pungent Stench sind in gewohnter
Manier zurück. Bild: SN/edel |
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Harte Klänge, Wiener Schmäh: Mit dieser
Mischung hat sich "Pungent Stench" einen Ruf
als Kultband erspielt.
Grindcore, eine extreme Form des Metal, heißt
der Stil der Formation, die 1988 zunächst in Österreich
für Aufruhr in der Szene sorgte. Mittlerweile kennt
man das Trio weltweit. Das neue, am 6. September erscheinende
Album "Ampeauty" (edel) vereint alle Charakteristika
der Gruppe: schleppende, brutale Sounds, bitterböse
Texte und ein provozierendes Artwork.
"Das Cover stammt von einem Wiener
Fotografen, Gerhard Aba, der mit Frauen mit Amputationen zusammen lebt und Prothesen
sammelt", erzählte Sänger und Gitarrist Martin Schirenc alias El
Cochino bei der CD-Präsentation in der Kantine des Wiener Sportclubs direkt
unter der so genannten Friedhofstribüne. "Er stellt in seinen Bildern
ausschließlich Frauen mit Amputationen in erotischen Posen dar. Wir haben
den Titel des Albums sowie zwei der Songtexte seinen Fotos angepasst." Auch
die anderen Lieder, zum Teil inspiriert von aktuellen Ereignissen, zum Teil pure
Horror-Fantasien, passen sich nicht unbedingt der gängigen Vorstellung von
"gutem Geschmack" an. "Lynndie (She-Wolf Of Abu Ghraib)" heißt
zum Beispiel ein bitterböses Spottlied auf Lynndie England, bekannt geworden
durch den Folterskandal im Irak. "Unsere Texte sind anspruchsvoller geworden",
betonte Schirenc. "Außerdem kommt nie der Humor zu kurz. Ich muss schon
beim Schreiben lachen können." Nachsatz: "Aber wir sind keine Spaßband!" Nicht
nur die Wortwahl unterscheidet Pungent Stench vom Gros ihrer Kollegen. Mit dem
Todernst der Death-Metal-Fraktion und den Stereotypen dieses Genres konnten die
Wiener nie etwas anfangen. Drummer Alex Wank alias Mr. Stench: "Unsere Einflüsse
sind alt, gehen zurück in die Siebziger und Achtziger. Disco-Elemente gehören
ebenso dazu wie Kiss-Riffs - diese Zutaten sind einfach da." Selbst in Mexiko,
den Staaten der ehemaligen UdSSR und in Neuseeland wissen ihre Fans die Synthese
aus Härte, Intelligenz und Augenzwinkern zu schätzen. Dabei hatte
sich die Gruppe eigentlich vor einigen Jahren aufgelöst. "Wir konnten
uns nicht mehr ausstehen. Die Pause war nötig", sagte Schirenc im Interview
mit der APA. Mit neuem Bassisten meldete man sich 2001 mit der CD "Masters
Of Moral - Servants Of Sin" zurück. Heute blickt Wank kritisch auf das
Comeback zurück: "Die Platte war nicht repräsentativ für Pungent
Stench. Wir wollten uns dem modernen technisierten Niveau anpassen. Ein Fehler."
Die aktuellen Songs, eingespielt im Schlafzimmer des Sängers, sind da schon
ein anderes Kaliber.
Angst vor Zensur haben die Herrschaften von Pungent
Stench keine. "Es hat sich doch alles geändert",
weiß Schirenc. "Wenn ich mir anschaue, was
da heute alles auf MTV läuft - Marylin Manson,
Rammstein... Da fallen wir nicht auf. Die großen
Bands lenken die Aufmerksamkeit von uns ab."
#apa/m2e/md4
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