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| Morrissey Live
At Earls Court |
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Die Legende lebt
4. Mai 2005
Nachdem sich die lebende Legende "Morrissey" letztes
Jahr furios mit seinem Album "You Are The Quarry" zurückgemeldet
hat, folgt nun der Nachschlag in
Form eines Live-Albums.
Nun gut, ein Live-Album ist vielleicht nicht die kreativste
Form der Veröffentlichung, aber anhand der ausgezeichneten
Soundqualität, der großartigen Songauswahl
und dem Faktum, dass Morrissey bis jetzt eben noch
kein solches veröffentlicht hat, werden Kritiker
gleich zum Verstummen gebracht.
Vorerst sollte man allerdings dem ein oder anderen
Unwissenden kurz erklären, warum man sich überhaupt
ein Album von jemandem anhören soll, der aussieht
wie eine Mischung aus Frank Sinatra und einem amerikanischen
Fernsehprediger. Dieser 46-jährige Engländer
namens Stephen Patrick Morrissey war nämlich einst
Sänger und Aushängeschild der legendären
"Smiths" und startete nach deren Ende 1987 eine Solokarriere,
die bis zum heutigen Tage sieben Studioalben und zahlreiche
Singles und Compilations umfasst.
Auch heute ist der Einfluss Morrisseys und der Smiths
noch deutlich zu spüren. So verweisen beispielsweise
Bands wie Franz Ferdinand, The Killers oder auch My
Chemical Romance auf Morrissey und Co. als große
Inspirationsquelle.
Doch nun genug der Geschichtsstunde – lassen
wir den Meister zu Wort kommen.
Das 18 Tracks umfassende Werk beginnt gleich mit einem
der wohl bekanntesten Smiths-Hits namens "How
Soon Is Now", der dem ein oder anderen vielleicht
als Titelmelodie der Hexenserie "Charmed" bekannt
sein dürfte.
Es folgt der Ohrwurm "First Of The Gang To Die" vom
"You Are The Quarry" Album. Spätestens hier
kommt man zu der Erkenntnis, dass Morrissey’s
Stimme nach über
20 Bühnenjahren
nichts von ihrer sanften, pathetischen Magie verloren
hat, die schon damals die Smiths-Songs so unwiderstehlich
machte.
Wirkliche "Low-Lights" sucht man auf der Platte vergebens,
denn hier wird Hit an Hit gereiht und zur Freude vieler
Fans werden gar nicht einmal so wenige Smiths-Klassiker
zum besten gegeben.
Einziges Manko bei der Tracklist, die zu einem Großteil
aus Songs vom aktuellen Album besteht, ist, dass man
sich doch den einen oder anderen alten Gassenhauer à la
"Hairdresser On Fire" oder "The Last Of The Famous
International Playboys" gewünscht hätte.
Aber wer will sich schon beschweren, wenn man nach
dem abschließenden "Last
Night I Dreamt That Somebody Loved Me" mit einem
breiten zufriedenen Grinsen dasitzt.
Jeder, der nun neugierig geworden ist und ein bisschen
Geschichtsforschung betreiben will, sollte mal in dieses
Album hineinhören - Fans können
sowieso bedenkenlos zugreifen!
#martin reiter
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