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CD-Tipp: Me First and the Gimme Gimmes - Ruin Johnny's Bar Mitzvah -  Review
Me First and the Gimme Gimmes Ruin Jonny's Bar Mitzvah  
 

INTERNET
http://gimme gimmes.com
Offizielle Site von den "Me Fist and the Gimme Gimmes".

 
 

Punk zur Firmung
29. Dezember 2004

Die US-Punkrock-Coverband "Me First and the Gimme Gimmes" mit der dilettantischen (und urkomischen!) Liveproduktion "Ruin Jonny's Bar Mitzvah".

"Me First and the Gimme Gimmes" ist ein mittlerweile langjähriges Side-Projekt von Mitgliedern diverser Punkbands aus der kalifornischen Bay Area rund um San Franzisko. Musiker von den Swingin' Utters über Lagwagon und NOFX bis zu den Foo Fighters haben sich zusammengetan, um Mainstream-Hits aus den vergangenen Jahrzehnten zu "verpunken".

Die Gimme Gimmes haben sich so in den vergangenen Jahren zu einer absoluten Partyband gemausert und spielen nebenbei noch auf Hochzeiten und Bar Mitzvahs. Eine Bar Mitzvah kann am ehesten mit einer Art Firmung verglichen werden. Im Judentum markiert die Bar Mitzvah bei einem 13-jährigen Jungen den Übergang zum Erwachsenenleben und damit sein Bekenntnis zum jüdischen Glauben.

Aber zurück zu den Gimme Gimmes: Auf deren neuestem Album "Ruin Johnny's Bar Mitzvah" schnitten die Punkheroes einfach eine Live-CD einer Bar Mitzvah mit. Dabei werden Hits der 70er- und 80-er-Jahre durch den Fleischwolf gedreht. Vom Led-Zeppelin-Klassiker "Stairway to Heaven" über Blondies "Heart of Glass" und Willie Nelsons "On my Mind" scheint nichts heilig zu sein. Sogar vor "Oh sole mio" und "Strawberry Fields" schrecken die Jungs nicht zurück.

Dass die Band mit manchen Songs, den Einsätzen und auch dem Timing auf Kriegsfuß stehen, wird spätestens nach dem zweiten Song klar. Die Band juckt es wenig. Mit frechen Sprüchen wie "More notes just means a better value" oder "Did I mention that we're a Live-Band?" machen sie sich darüber sogar noch lustig. Aber einer Punkband wird das niemand krumm nehmen, oder?

Ìnsgesamt geben die Gimme Gimmes auf "Ruin Johnny's Bar Mitzvah" 14 Songs zum Besten. Außerdem sind zwei Bonustracks enthalten: Johnnys Onkel aus Paris singt zu "Seasons in the Sun" (schrecklich schön!) und Johnny himself klemmt sich bei einem Song hinters Schlagzeug.

Dass diese Band zu Bar Mitzvahs eingeladen wird, wird auch schnell klar: Die Skater-Kids verklickern ihren Eltern, dass die Band lauter bekannte Songs von den 50er- bis zu den 90er-Jahren spielt. Und die Punk-Komponente wird da wohl eher verschwiegen.

Was zur Folge hat, dass manche Gäste zuerst einmal sprachlos sind und sich in weiterer Folge sogar Servietten in die Ohren stecken. Dies ist keine Mutmaßung, sonder wird vom - ebenfalls auf der CD enthaltenen - Videoclip bestätigt.

Fazit: Punk zur Firmung - davon kann unsereins nur träumen. Wer auf Punkrock steht und früher auch mal die Hitparaden toll fand, wird sich hier absolut wohl fühlen.

#michael einböck

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