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Brüllaffen
4. August 2005
Weg vom Weichei-Sound und zurück zu gutem,
hartem, lautem Punk - so lautet der Plan von "Madsen".
Auf dem gleichnamigen Album testet das Quintett sein
Lungenvolumen.
Mitte März, volles Rohr auf der deutschen Autobahn,
der Gasfuß wird schwer und schwerer. Dann dröhnt auch
noch "Die Perfektion" von "Madsen" aus dem Radio. Gleich
etwas lauter drehen: "Du bist perfekt, makellos, du
bist besser als gut.." Spätestens bei "Du - bist -
die - Per-fek-tiiiooooon, die Per-fek-tiiiooooon" ist
die Höchstgeschindwigkeit erreicht und die Kehle wund
gegröhlt.
Ein paar Monate später ward es wieder etwas stiller
um das Punk-Rock-Gespann aus den deutschen Niederungen.
Die nächsten Wendland-Schlagzeilen dürften
sich wieder um die Castor-Transporte drehen. Die
Erwartungen, die die Hörerschaft nach der Debütsingle
"Die Perfektion" an das Quintett stellte, konnten die
Jungs nicht erfüllen.
Zwar gröhlen und schreien "Madsen" auf der gleichnamigen
CD, was ihre Lungenflügel hergeben - SCREAMO nennt
sich ihr Stil im Fachjargon (Weiterentwicklung von
EMO, wie in den 80ern harter, emotionaler
Punk genannt worden ist) - die Kreativität ist dabei
leider auf der Strecke geblieben. Viele ihrer Texte
verlieren sich irgendwo im Lande der Null-Aussagen
oder grundeln am Rand von Teenager-Problemen dahin
- zum Mitbrüllen sind sie wegen ihrer einfachen Strickweise
dafür ideal.
Auch die geplante Mischung aus Tocotronic, Beatsteaks
und, ja, was eigentlich? Sportfreunde? Tomte? reicht
musikalisch nicht an ihre Vorbilder heran, sondern
vermischt sich zu einer CD, auf der die meisten Lieder
auswechselbar sind.
Allen Punk-Rockern, die gerade
mit pubertären Problemchen aller Art kämpfen und
sich ihren Frust von der Seele schreien wollen, sei
"Madsen" auf's Wärmste empfohlen. Dem Rest der Welt
sei geraten, die Finger vom Debütalbum der deutschen
Brüllaffen zu lassen: Bei Madsen war die Vorfreude
auf das Album leider die schönste aller Freuden.
#dini
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