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www.lamb-of-god.com
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Philly-Killer
12. Jänner 2006

Die US-amerikanische Metalcore-Band "Lamb of God" gibt mit dem Livealbum "Killadelphia" ein beeindruckendes Lebenszeichen von sich.

Nachdem "Lamb Of God" aus Richmond, Virginia, erst im Jahre 2004 ihr letztes Album "Ashes Of The Wake" auf den Markt gebracht hatte, rechnete niemand damit, dass die Band im darauf folgenden Jahr schon die nächste Veröffentlichung nachschiebt. "Killadelphia" ist zwar "nur" ein Livealbum, aber dafür ein sehr gutes, das in keiner Weise dem befürchteten Schnellschuss entspricht.

Das Wichtigste bei einer Live-Platte ist es natürlich, die Stimmung und Atmosphäre eines Konzerts einzufangen - und das gelingt hier auch unbestreitbar. Das Publikum im Trocadero Theatre in Philadelphia wird eingebunden, singt mit und wird zigmal aufgefordert, "fucking noise" zu machen. Der gute Randy Blythe (Vocals) scheint dabei aber wenig kreativ zu sein, denn nach dem zwanzigsten "Philadelphia - make some noise" wünscht man sich wenigstens eine Abwechslung.

Eine positive Überraschung ist die hohe Qualität der Aufnahme - bei Livemitschnitten keineswegs eine Selbstverständlichkeit. "Lamb of God" erreicht auch auf Konzerten Studioqualität.

Nicht nur sound-, sondern auch spieltechnisch wird Einiges geboten. Mit dem perfekten Zusammenspiel aller Instrumente, irrwitzigen Tempowechseln und strukturierten Arrangements zeigt das Quintett sein Können. Man hört sofort, dass hier viel harte Arbeit und Übung dahinter steckt.

Der Schlagzeuger Chris Adler trumpft mit Hochgeschwindigkeits-Fills und dem virtuosen Doublebassspiel auf. Das ist an sich nichts Besonderes im Genre, jedoch verzichtet Adler größtenteils auf stumpfes Doublebass-durchtreten und lässt auch unterschiedliche Rhythmen einfließen. Die Gitarristen Willie Adler und Mark Morton lassen sich neben den unmenschlich schnellen Riffs auch zu Soli hinreißen und der Bassist John Campbell kann mühelos mit der Geschwindigkeit mithalten und zeigt eine starke Leistung am Instrument.

Die Tracks auf der Platte gehen so fließend ineinander über, dass das gesamte Konzert ohne Unterbrechungen seinen Weg auf die Platte und auf die beiliegende Bonus-DVD gefunden hat.

Diese ist wiederum mehr als eine reine Zugabe. Erstaunlicherweise hat sich die Band nämlich bei der Produktion der DVD nicht lumpen lassen und neben dem Konzertmitschnitt auch Musikvideos, Interviews und Auszüge aus dem Tour-Alltag draufgepackt. Ein sehr willkommener Schritt in die richtige Richtung, andere Bands hätten hier zweimal abkassiert.

Die Songs selbst sind genauestens durcharrangiert und übertragen gekonnt die Aggression - leider ähneln sie sich zu sehr. Die Riffs, die Art und Weise, wie die Songs aufgebaut sind und die fließenden Übergänge veranlassen ab und zu zum Nachschauen, ob noch derselbe Song gespielt wird oder schon der Nächste aus den Boxen dröhnt. So gibt es auf der ganzen Platte leider nur wenige Passagen, die wirklich im Gedächtnis hängen bleiben.

Man kann Lamb of God hassen oder lieben, aber man muss den Jungs einräumen, dass sie eine außergewöhnliche Live-Platte produziert haben. Ein Geschenk an die echten Fans.

#julian bartik

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