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| Lagwagon Live in a Dive (Fat Wreck Chords, 2005) |
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Live-Dive #7
1. März 2005
Die wahrscheinlich melodiöseste Punkrock-Band "Lagwagon" meldet sich mit einem (alten) Live-Album zurück.
Die "Live in a Dive"-Serie ist um ein Stück
reicher worden. Nach den Swingin‘ Utters, Strung
Out und anderen Acts des Fat-Wreck-Chords-Labels von
"NoFX"-Frontmann Fat Mike sind in der siebenten
Auflage die Santa-Barbara-Punkheroes "Lagwagon"
an der Reihe, die Fangemeinde mit Live-Material zu versorgen.
"Lagwagon" waren 1992 die erste Band, die
von Fat Mike unter Vertrag genommen wurde. In der
Bay-Area um L. A. machte sich das Quartett schnell
einen Namen als kompromisslose Hardcore-Punkrockband
mit Ohrwurmmelodien. 1995 gelang der internationale
Durchbruch mit ihrem dritten Longplayer "Hoss",
der nicht zuletzt durch das Cover – von dem
der beliebte (und beleibte) Bonanza-Serienheld Hoss
herunterlacht – Aufmerksamkeit
erregte. Mittlerweile haben "Lagwagon" über
eine Million Tonträger verkauft und gelten als
Mitbegründer des typischen Punkrock-Sounds
mit schnellen Gitarren-Riffs und melodiösen Gesangsparts.
Zurück zum "aktuellen" "Live in
a Dive"-Album: Aufgenommen wurde das Konzert bereits
vor eineinhalb Jahren (!) am Ende der Lagwagon-US-Tournee
in Hollywood. Die CD bzw. Doppel-LP bietet einen Best-of-Querschnitt
von "Lagwagons" erstem Release "Duh" (1992)
bis zum letzten Album "Blaze", welches im
April 2003 – also kurz vor dem Live-Mitschnitt – auf
den Markt kam.
Und bereits der Opener "Alien 8" steht repräsentativ
für den Stil von Lagwagon: Auf ein gefühlvolles
Intro folgen hyperschnelle Gitarren-Riffs und Zweiviertel-Schlagzeugtakte,
die von Joey Capes Stimme mit genialen Melodien entschärft
werden, ohne an Intensität zu verlieren. Es stellt
sich nach kurzer Zeit unvermeidliches "Headshaken"
ein, welches spätestens mit dem genialen "Violins"
in "Headbangen" übergeht.
Und so zieht diese Live-Produktion nach und nach einen
roten Faden durch das Schaffen von "Lagwagon".
Die zwei neuen Songs – der 35-Sekunden-Hardcore-Kracher
"Mister Bap" und das eher durchschnittliche
"The Chemist" – sind zwar kein Kaufanreiz,
für die 20 "alten" Lieder lohnt es sich
aber allemal. Anspieltipps sind "Violins",
"Making Friends", "After You My Friend"
(mit genialem Bossa-Nova-Einsprengsel) und das
witzige "Falling Apart". Einziger wirklicher
Ausreißer auf dem Album ist das völlig sinnlose
Raggae-Lied "Coconut".
Das auf der Enhanced-CD enthaltene Live-Video "Mr. Coffee" ist zwar nicht sooo ein Punkrock-Kracher wie die meisten anderen Lieder, den Spaß der Band an Liveauftritten demonstriert es aber allemal. Ein zusätzliches "Lagwagon"-Interview mit Labelboss Fat Mike - in einer Sauna (!) – rundet das üppige Angebot von "Live in a Dive" perfekt ab.
Das Booklet ist übrigens ein zwölfseitiger Horror-Comic-Strip, in dem uns gelehrt wird, dass echte Lagwagon-Fans niemals unterschätzt werden sollten ...
Fazit: Wer auf melodischen Punkrock steht, der kommt - trotz weniger Überraschungen in bezug auf neue Lieder - um "Lagwagons" "Live in A Dive" nicht herum.
#michael einböck
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