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| Lagwagon Resolve
(Fat Wreck, 2005) |
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High-Speed-Tribute
18. November 2005
Die kalifornischen Punkrocker "Lagwagon" erweisen
auf ihrem aktuellen Album "Resolve" einem verstorbenen
Freund die letzte Ehre.
Mit Lieblingsbands ist das ja immer so eine Sache.
Am Anfang findet man jedes neue Album gut. Man hört
es wieder und wieder - und man denkt, die kleine Schwachstellen
werden im Laufe der Zeit schon verschwinden und sich
als die eigentlich großen Momente entpuppen.
Doch eines Tages – mit genügend Abstand
- gesteht man sich ein, dass die Band auf anderen Alben
schon weitaus besser war. So geschehen bei "Blaze",
dem letzten Studioalbum von "Lagwagon". Vor zwei Jahren
empfing ich es mit offenen Armen, heute stellt es für
mich bestenfalls guten Durchschnitt dar.
Es folgte ein Live-Album und die Tour der Allstar-Coverband
"Me First And The Gimme Gimmes", bei denen "Lagwagon’s"
Joey Cape und Dave Raun mitwirken. Als sich das Quintett
schließlich wieder zusammenfand,
um ein neues Album zu schreiben, passierte es – Derrick
Plourde, ehemaliger Lagwagon-Drummer und enger Freund
der Band, nahm sich im Alter von 34 Jahren das Leben.
Um seiner Trauer ein Ventil zu verschaffen, fing Cape
an, Songs zu schreiben, die sich allesamt direkt oder
indirekt mit Derrick’s Tod auseinander setzen.
Das Ergebnis kann man nun in Form von "Resolve" hören.
Jeder, der sich etwas intensiver mit "Lagwagon" beschäftigt
hat, wird wohl kaum bestreiten können, dass das
Quintett seine Melodycore-Nummern immer mit einem Lächeln
im Gesicht und bittersüßer Melancholie im
Herzen vorgetragen hat. Auf "Resolve" ist
diese Traurigkeit nun aus nachvollziehbaren Gründen
etwas in den Vordergrund gerückt. Man gibt sich
nachdenklich, ohne dabei das Tempo (spürbar) zu
drosseln. Trauer soll hier nicht als coole Pose sondern
als ehrliche Gefühlsregung wahrgenommen werden.
So eröffnet "Heartbreaking Music" furios
und mit gewohntem High-Speed-Schlagzeug. "Automatic"
leiht sich Melodieelemente von Nirvana’s "Polly",
klingt aber trotzdem unverwechselbar nach "Lagwagon".
"Sad Astronaut" wird nur von Stimme und Akustikgitarre
eingeleitet und handelt eindeutig von Derrick, der
ebenfalls in Joey’s Zweitband "Bad Astronaut"
trommelte (der traurige Astronaut - alles klar?).
Alles in allem klingt das Album wieder frischer als
sein Vorgänger und verzichtet auf überflüssigen
Schnickschnack – so erreicht "Rager" bereits
nach 78 Sekunden das Ziel. Frei nach dem Motto: "Ein
Song ist erst dann gut, wenn man nichts mehr wegnehmen
kann!" Ob "Resolve" an Bandklassiker
wie "Hoss" oder "Trashed" heranreicht,
wage ich zu bezweifeln. Überdurchschnittlich
ist die Scheibe auf jeden Fall – und das will
auch schon was heißen.
#martin reiter
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