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Licht(pieps!)gestalt
18. Mai 2005
Lacrimosas mittlerweile 15. Album hört auf den
Namen “Lichtgestalt”. FRITZ hat das Werk – unter
widrigen Umständen - auf Jubiläumstauglichkeit
geprüft.
Der Schweizer Tilo
Wolff und sein Musikprojekt „Lacrimosa“ sind
wohl inzwischen nicht nur mehr in der Gothic-Szene
bekannt. So war er mit dem Titel „Stolzes Herz“ auf
Platz neun der deutschsprachigen Charts und hatte
weltweit erfolgreiche Tourneen. Bei der Band hilft
ihm „nur“ die Finnin Anne
Nurmi als Keyboarderin und Sängerin. Nicht
zu vergessen das Orchester, welches meist mit von
der Partie ist.
Auch “Lichtgestalt“ bietet wieder Kompositionen
für Orchester aus der Feder Tilos. Aber bereits
das erste Lied lässt erkennen, dass sich nicht
viel getan hat. Lacrimosa klingt wie eine Kopie von
- Lacrimosa. Sogar die durchgängige Grundmelodie
ist dieselbe. Doch der Unterschied ist woanders zu
finden: Erstens bei den Texten – die nicht mehr
sehr poetisch sind und Zeilen wie „Ich bin der
Schmerz zwischen deinen Beinen“ bemüht -
und zweitens beim Tempo, welches bei den rockigeren
Nummern zurückgenommen wurde und bei den langsamen
beinahe stehen blieb.
Die eingängigen Refrains oder die munteren Nummern,
die bisher die Musik nicht all zu melancholisch werden
ließ, fehlen diesmal. Die immerzu traurig klingende
Stimme Tilos blieb, doch ist zu hören, dass der
Mann alt wird. Wohl auch der Grund des musikalischen
Wandels. Eines leider negativen Wandels. Lacrimosa
waren nie durchgängig gut, dennoch gab es immer
wieder einzelne Lieder, die herausstachen. Aber leider
nicht auf diesem Album . . .
Eines noch: Lieber Herr Wolf, wie soll man als Rezensent
ein Album ordentlich bewerten können, wenn alle
30 Sekunden(!) ein Piepsen zu hören ist. Soll
das ein Mittel gegen Raubkopierer sein? . . . Sicher
ist es aber ein Mittel, jedem Musik-Redakteur einen
Tinnitus zu verpassen und ihn zu verärgern.
#manfred jansky
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