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| KoRn See
You On The Other Side |
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Grobkörnig
22. Dezember 2005
KoRn, die Väter des Nu-Metal, wollen mit ihrem
siebten Studioalbum "See
You On The Other Side" an vorangegangene
Erfolge anknüpfen.
Die Fans waren skeptisch, als die
Band den Weggang des Gitarristen Brian "Head" bekannt
gab und gleichzeitig einen neuen Produzenten, Atticus
Ross, für dieses Album engagierten. "Können
KoRn immer noch ihren einzigartigen Sound verwirklichen?
Werden sie vielleicht sogar Weichspüler-Radio-tauglich?"
Glücklicherweise haben sich die Befürchtungen
nicht bewahrheitet und "See You On The Other
Side" kann das gewohnt hohe Niveau locker halten.
Zwar sind die extrem tief gestimmten Gitarren, eines
der Markenzeichen von KoRn, ziemlich zurückgeschraubt
(in einigen Liedern sind sie bis auf kleine Effekte
gar nicht vorhanden), dafür haben sich die
Burschen aber mehr Experimente zugetraut.
Man findet sogar ein Trip-Hop-Intro und eine Palette
exotischer Instrumente und Effekte auf dieser Scheibe.
KoRn benutzen diesmal auch vermehrt Elektro-Elemente
- die aber in keinem Song wirklich negativ auffallen.
Der Opener der Platte "Twisted Transistor" (hier
geht's zum Video-Stream) ist gleichzeitig auch
die erste Singleauskoppelung der Platte und zeigt
schon wo es langgeht. Ein ultratiefes, effektreiches
Bass-Intro drückt die Bude ein und
Gitarre und Schlagzeug ziehen sofort nach und machen
mit den typischen KoRn-Riffs bzw. dem Drumming sofort
klar, dass man nicht irgendeiner Anfänger-Band
zuhört. Spätestens im Mitsingrefrain merkt
man dann doch, dass sich die Band verändert hat
und sich verstärkt dem Songwriting widmete.
Dieser Richtung bleibt man auch auf der ganzen Scheibe über
treu. KoRn beschäftigen sich mit Themen wie
weiblicher Selbstbefriedigung, Politik bzw. Nicht-Politik
("Don´t
wanna talk about politics! I give a shit about politics!")
und Selbstmord.
Auch an die berühmt, energischen Live-Auftritte
hat man gedacht. Die neue ultimative Live-Hymne "Coming
Undone" erinnert
leicht an "We Will Rock You" und fesselt
schon beim ersten Durchlauf. Man kann sich sofort die
mitklatschenden Fans auf den Konzerten vorstellen.
Der sehr ruhige Abschlusssong "Tearjerker" ist mehr
oder weniger als Ruhe-nach-dem-Sturm gedacht und
erfüllt seine Funktion auch perfekt.
Alles in allem ein gutes Album das die Burschen da
abgeliefert haben. Es zeigt, dass KoRn auch als Quartett
hervorragend funktionieren. Wer sich allerdings an
den elektronischen Einflüssen und den in den Hintergrund
gemischten Gitarren sehr stört, wird nicht wirklich
begeistert sein. Alle KoRn-Fans hingegen dürfen
sich eine gewohnt gute Platte ins Regal stellen.
#julian bartik
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