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| Killswitch Engage The
End of Heartache (Roadrunner) |
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Musik auf Knopfdruck
11. Mai 2004
Manchmal merkt man gar nicht, daß alles neu
ist: Das neue Album von Killswitch Engage, "The
End of Heartache", macht genau da weiter, wo der
Vorgänger aufhörte.
Hin und wieder treffe ich auf Studentenfesten einen
hochsensiblen Metal-Freak, der öfter auf Metallica-Konzerte
geht als Lars Ulrich himself. Mit schönster Regelmäßigkeit
kann man diesen guten Mann auf die Palme bringen, indem
man ihm vorschwärmt, daß Paul Di'Anno der
besten Maiden-Sänger sei und es überhaupt
sehr schade ist, daß Blaze Bailey aus der Band
ausgestiegen ist. "Sakrileg!"
Was genau hat das nun mit der Band zu tun, um die es
uns heute geht? Nun, auch bei Killswitch Engage, einer
der Speerspitzen der überschwänglich genannten
"New Wave of American Heavy Metal", gab es
einen Sängerwechsel. Jesse David Leach wollte wohl
mehr Zeit mit seinen Liebsten verbringen und so schreit
sich jetzt Howard Jones, Ex-Frontmann von Blood Has
Been Shed, durch das Getümmel. Emotionale Reaktionen
wie die obig beschriebene wird man aber vergeblich suchen:
Hätte es uns niemand gesagt, hätten wir gar
nicht gehört, dass es ein neuer Frontmann ist.
Und so bleibt bei der New Wave alles beim Alten. Alles,
was über den (vielseits gelobten) Vorgänger
"Alive or Just Breathing" gesagt wurde, trifft
wohl auch auf das neue Album "The End of Heartache"
zu. Statt "My Last Serenade" gibt es diesmal
"When Darkness Falls", und auch der Rest geht
mit dem Schon-Gehörten streng konform. Ein bisschen
Melodic Death Metal hier, ein wenig Hardcore-Geschrubbe
dort (Schubladen sind praktisch), viel Gröhlen
kurz vorm Rachentod, viel epischer Gesang in den Refrains.
Alles kompetent produziert vom hauseigenen Saitenhauer
Adam Dutkiewicz.
Wir wollen mal nicht undankbar sein: "The End
of Heartache" ist handwerklich sauber, kracht mit
Druck aus den Boxen und hat genauso feine Tracks wie
sein Vorgänger. Wer den mochte, ist hier immer
noch gut beraten. Alles schön und gut, nur ist
an der "neuen Welle" mittlerweile nicht mehr
viel Lack. Chimaira, ebenfalls eine der zu dieser Strömung
gerechneten Bands, sind immerhin suchend unterwegs.
Killswitch Engage dagegen meißeln sich ihren eigenen,
statischen Monolithen. Vielleicht sollte da nochmal
jemand aussteigen, damit endlich jemand "Sakrileg!"
rufen kann.
#christian genzel
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