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Alles beim Alten?
2. September 2003
Jane's Addiction, in den 80ern Mitbegründer
des "Alternative Rock", betreten nach zwölf
Jahren Abstinenz mit "Strays" wieder die Rock
'n' Roll-Bühne.
Wir schreiben das Jahr 1986. Perry Farrell (Gesang),
Eric Avery (Bass), Stephen Perkins (Drums) und Dave
Navarro (Gitarre), beheimatet im "Rock-Mekka"-
Los Angeles, benennen ihre neue Band nach einer befreundeten
Prostituierten. Ihr Ziel: Es mal so richtig krachen
zu lassen. In einer Zeit, die von musikalischen Klischees
und starren künstlerischen Grenzen geprägt
ist, reißen sie mit Killerriffs und schillernder
Attitüde die Mauern des Rocks, wie man sie damals
kannte, ein.
Der heulende Gesang Farrells gemischt mit brachialem
Sound und aggressiven Rhythmen findet seinen Höhepunkt
im 1990er Album "Ritual de lo habitual", und
sogar MTV bringt "JA" on air. Für damalige
Verhältnisse eine kleine Sensation. Auf der Welle
des Erfolgs gründet Sänger Farrell schließlich
die legendäre "Lollapalooza" - Wanderfestivals,
die, zwischenzeitlich auf Eis gelegt, heuer wiederbelebt
wurden. Nach "Lolla" 1991 zerschlägt
sich die Band allerdings, Perry Farrell gründet
mit Drummer Perkins Porno for Pyros, Dave Navarro heuert
bis 1998 bei den Red Hot Chilli Peppers an.
Schließlich, nach über einer Dekade, findet
die Band (mit neuem Basser Chris Chaney) wieder zusammen.
Das Ergebnis: "Strays". Wollte man nur wissen,
ob es Jane's Addiction noch immer können, man bräuchte
nur die ersten Takte des Eröffnungstracks "True
nature" hören und wüsste: Ja. Hier wird
noch immer heftigst gerockt. Navarro schüttelt
ein monströses Riff nach dem anderen aus dem Ärmel,
Chaney und Perkins bilden eine groovende, fette Rhytmussektion.
Über allem steht Farrell im glitzernden Anzug,
das Becken anzüglich kreisend, und strahlt sein
einzigartiges Charisma aus, während er kreischend
wahnwitzige stimmliche Höhen erreicht.
Bewusst modern klingt die Platte, interessant arrangiert
und alle Möglichkeiten zeitgemäßer Musikproduktion
ausschöpfend (Beispiel: "Price I pay").
Jane's Addiction konzentrieren sich deutlich auf die
Gegenwart, anstatt sich auf vergangenen Taten auszuruhen.
Trotzdem bleibt die Platte, obwohl Songs wie "Suffer
some" oder die Single "Just because"
herauszustechen vermögen, im Gesamtkontext gesehen
zu einseitig, um der Klassifikation "hervorragend"
zu genügen. Fest steht aber: Jane's Addiction,
Helden der Prä - Grunge - Generation, haben den
Sprung in die Gegenwart geschafft. Fans von heavy Bombast,
einer ordentlichen Prise Sex und stadiontauglichem Rock
der etwas härteren Gangart werden mit "Strays"
definitiv ihre Freude haben.
#Tobi
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