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| Steve Hackett & The Underworld
Orchestra Metamorpheus (Camino
Records, 2005) |
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Orpheus vs. Gitarre
9. April 2005
Der ehemalige Genesis-Gitarrist Steve Hachett versucht
sich mit "Metamorpheus" nun in der Klassik zu etablieren.
Es passiert ja nicht allzu selten, dass etwas gereifte
Rocker und Popper den Zugang zur klassischen Musik
finden, sei es durch allgemeine Anerkennung der Werke
einiger etablierter Komponisten, oder durch konkrete
Projekte mit Klassikensembles.
In Letzterem versucht sich der ehemalige Gitarrist
von „Genesis“, der sich immerhin schon
seit 1975 als Solist verwirklicht, nun schon zum fünften
Mal. Mit seiner akustischen Gitarre, dem Flöte
blasenden Bruder und sieben weiteren Musikern im Gepäck,
die ein kleines Kammerorchester repräsentieren,
quartierte er sich im Studio ein, um nach der musikalischen
Beschäftigung mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ die
programmatische Aufarbeitung des mythischen Orpheus-Stoffes
zu wagen. Und tatsächlich führte die Einbindung
der acht Musiker in den Kreativitätsprozess zu
einer vermehrten Miteinbeziehung der klassischen Instrumentengruppen
in das Gesamtergebnis im Gegensatz zu den vorigen Alben.
Stilistisch erinnert Hackett in den besseren Phasen
an die virtuose spätromantisch-impressionistische
Gitarrenmusik eines Joaquin Rodrigo - in den
schlechteren an die banalitätsvolle Harmoniesucht
von Rondo
Veneziano.
Insgesamt betrachtet schleicht sich nun die Frage
ein, ob man eine - in diesem Fall als überwiegend
negativ zu bilanzierende - simpel aufgebaute Eingängigkeit
relativieren darf - bezogen auf die möglicherweise
stattfindende Hinführung
von Hörern zur Klassik.
Aber vielleicht verwundert auch nur die umständliche
Kaschierung nicht-marketing-konformer Inhalte durch
große Namen, wenn jeder x-beliebige Klassiksampler
eine zumindest ähnliche, aber auf jeden Fall gesicherte
kulturelle Bildung und Akzeptanz vermitteln könnte.
#valentin schwarz
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