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Griff inklusive
13. März 2004
Grip Inc. kehren nach einer halben Dekade Pause
mit ihrem besten Album zurück: Incorporated.
Geschlagene fünf Jahre ist es her, daß wir
das letzte Mal von ihnen hörten: Grip Inc., die
Gruppe um Ex-und-jetzt-wieder-Slayer-Drummer Dave Lombardo,
Gitarrist und Produzent Waldemar Sorychta sowie Sänger
Gus Chambers. Nach drei feinen Schwermetall-Platten,
mit denen sie uns in der zweiten Hälfte der 90er
Jahre beglückten, war erstmal Funkstille angesagt.
Die Zeit war nicht reif für ein neues Album, sagten
sie.
Jetzt ist sie reif. Und das hört man "Incorporated"
(SPV/Steamhammer, VÖ: 15. März), dem Nachfolger
des 1999 erschienenen Albums "Solidify", auch
an: Dave und Co. gehen mit mehr Kraft und Ambition denn
je zu Werke. Die Platte hat Druck und befriedigt jeden
Liebhaber harter Klänge, bietet aber auch genug
Melodie und ungewöhnliche Abstecher, um sie weit
aus der Masse der immer gleich klingenden Metalveröffentlichungen
meist minderjähriger musikalischer Missetäter
herausstechen zu lassen.
Gleich der Opener, "Curse (Of The Cloth)",
gibt die Fahrtrichtung vor: hyperschnelle Blastbeats,
ein exotisches Zwischenspiel auf der Flamenco-Gitarre,
danach tonnenschwere Riffs. Mit "The Answer"
befindet sich ein nicht minder heftiger Sturm im Anschluß,
dessen Refrain starken Ohrwurmcharakter besitzt - obwohl
er interessanterweise weniger melodisch ist als die
Strophen dazwischen!
War die Gruppe beim letzten Mal noch hermetisch abgeriegelt,
so hat man sich diesmal mit Gastmusikern zusammengesetzt.
Erwähnenswert insbesondere ist hier der Auftritt
eines Apocalyptica-Viertels, der nicht nur "(Built
To) Resist" mit dramatischen Streichern anreichert.
Auch Soundspielereien lassen sich finden, wie die Keyboard-Klänge,
die unaufdringlich in "Prophecy" oder "The
Gift" eingewoben wurden.
Die Pause hat den Metallmannen hörbar gut getan,
denn die Spielfreude der Band steht bei Incorporated
bei elfundneunzig Prozent. Diese Leidenschaft war übrigens
ebenso spürbar im Interview mit Waldemar Sorychta,
das ihr im Anschluß nachlesen könnt. Eine
uneingeschränkt empfehlenswerte CD!
#christian genzel
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