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Melancholie im Sonnenschein
1. August 2003
Grandaddy tauchen auf "Sumday" im tiefen
Musik-Ozean und holen ein Album voll zeitloser Indie-Pop-Perlen
hervor. Demnächst live am Frequency-Festival!
Jason Lytle (Sänger, Gitarrist, Keyboarder, Songwriter
und Produzent!) blickt aus seinem Liegestuhl hoch und
sieht, was er mit seinen vier Kollegen geschaffen hat:
Melancholie mit einem Hauch von Lo - fi, Musik wie die
wärmende Nachmittagssonne. So muss es wohl klingen,
wenn gereifte Männer, geschüttelt von Sinnkrisen,
mit dem Leben wieder ins Reine kommen. Unaufdringliche,
doch niemals langweilige überlebt-haben-Musik,
die einen mitnimmt in das Grandaddy'sche Paralleluniversum.
Wie es dort aussieht? Mannshohe Wiesen, soweit das Auge
reicht, und die Sonne wärmt dich, während
du an einem Grashalm kaust und eigentlich doch ganz
glücklich bist.
Wer nun denkt, "Sumday" sei "easy listening",
hat jedoch weit gefehlt. Zwar haben Grandaddy die schrägen
Klänge, welche die ersten drei Alben und zahllose
EP's so gekennzeichnet haben, hinter sich gelassen,
die Spannung geht auf "Sumday" jedoch nie
verloren. Qualitativ viel zu hochwertig ist das (im
eigenen Heimstudio aufgenommene) Werk der Kalifornier,
einer wunderschönen Melodie folgt gleich die nächste,
dazwischen getragene Akustikgitarren und zwitschernde
Synthesizer, die sich mit Kindermelodien paaren. "Now
it's on", Single und Eröffnungstrack, überzeugt
gleich zu Beginn mit Mitsingchorus, "El caminos
in the west" animiert wenig später zum Kopfwippen
und spätestens bei "O.K. with my decay"
lässt der Alltagsstress angenehm nach, am liebsten
will man zu Grandaddy in die Hängematte schlüpfen.
"What have I become?", fragt sich Jason Lytle
im abschließenden "The final push to the
sun". Sind Grandaddy an ihrem Ziel angelangt, oder
ist dieser Abstecher in ruhigere Indie - Pop - Gefilde
nur ein gewollter Ausrutscher? Man wird sehen. Einstweilen
darf man "Sumday" getrost zu den schönsten
Platten dieses Sommers zählen. Frequency - Besucher
können sich jedenfalls von den Live - Qualitäten
der fünf "Großväter", die
ihrem Namen nie so gerecht wurden, am 15. August am
Salzburgring überzeugen.
#tobip
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