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| Garish Absender
auf Achse |
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R wie Rock und Romantik
5. Februar 2004
Die burgenländische Formation "Garish"
pocht mit ihrem neuen Album "Absender auf Achse"
auf das Vorrecht der Jugend, nicht rebellieren zu müssen.
Es ist gewiss kein Zufall, dass im Pressetext zu "Absender
auf Achse", dem dritten Studioalbum der österreichischen
Band "Garish", ausgerechnet der Romantiker
Joseph Freiherr von Eichendorff zitiert wird: Schließlich
ist der musikalische Habitus des Quintetts schnell als
"romantisch" entlarvt. Garish fordern "das
Schöne" für den Rock 'n' Roll zurück-
den subversiven Kräften des Genres wird dabei eine
Absage erteilt. Und das ist durchaus legitim, wenn-
wie in diesem Fall- auch das Resultat stimmt.
Entstanden ist das zwölf Stücke umfassende
Album, wie auch schon der Vorgänger "Wo die
Nacht erzählt vom Tag" aus 2002, in der Cselley
Mühle Oslip. Wer diesen in der weiten Idylle des
Burgenlandes liegenden Ort kennt, weiß, dass hier
nicht aufbegehrt, sondern lieber ein Mittagsschläfchen
gehalten wird. Diese innere Ruhe hört man "Absender
auf Achse" auch an - bis an die Grenze beansprucht
werden die Gitarren hier kaum, stattdessen sorgen ein
Kinderchor und ein Streicherensemble dafür, dass
ein gewisser Lärmpegel nicht überschritten
wird.
Ein ab und wann lässig gezupfter Kontrabass, ein
sanft behandeltes Beserlschlagzeug und schließlich
ein dem Jazz nicht abgeneigter Bläsersatz sind
bemüht, Turbulenzen auf der Reise ins Schlaraffenland
weitestgehend auszuschließen- was dann doch nicht
ganz gelingt: Zumindest auf dem genialischen "Daumen
in die Faust" und dem an David Bowies "Fame"
erinnernden "Alles nur Idee" werden die Verstärker
dann doch aufgedreht und ein Hauch von dem, was man
gemeinhin als Rock 'n' Roll bezeichnet, wird spürbar.
Und, natürlich: Über allem steht immer "das
Schöne", festgemacht in eingehenden Melodien
und perfekten Arrangements.
Schönheit kommt bekanntlich von Innen- hier kommt
sie aus dem Innersten von Frontman Thomas Jarmer, der
sich für die Songtexte verantwortlich zeichnet:
Poesieschwanger, chiffriert, und - ganz im Sinne der
Romantik! - mit Naturmotiven gespickt, gibt Jarmer Einblick
in seine Welt, in der Ungewissheit und Zweifel eine
nicht unbedeutende Rolle spielen. Zitat: "Weißt
du wohin, wohin ich will, weißt du wohin? Was
wenn es mir dort nicht gefällt, was wäre wenn?
Ich ahne was..." Keine Angst, der Weg stimmt. Jetzt
bloß nicht stehen bleiben!
#andreas rauschal
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