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Triumph des Stahls
31. Juli 2003
Ex-Manowar-Gitarrist David Shankle beweist mit
seiner eigenen Band DSG und dem Debütalbum "Ashes
to Ashes" Traditionsbewusstsein.
Der Name David Shankle sagt den meisten unserer musikliebhabenden
Mitbürgern gar nichts; erwähnt man aber, daß
David lange Zeit Gitarrist bei Manowar war und auf deren
Album The Triumph of Steel gegniedelt hat, ist das Interesse
geweckt. Wenn man dann noch darauf hinweist, daß
das erste Solo-Album dieses Mannes, der seine Band originellerweise
nach sich selbst benennt, von Manowar-Chef Joey DeMaio
produziert wurde und mit Trace Edward Zaber einen Sänger
an Bord hat, der höchste Punkte auf der Bruce-Dickinson-Fliegersirenenalarm-Skala
verzeichnen kann, ist die Fahrtrichtung wohl klar.
Ashes to Ashes bietet eigentlich alles, was das True-Metal-Herz
begehrt: episch angelegte Songs mit dramatischen Keyboards,
vollem Sound und Shankles Gitarrensoli, die wahrscheinlich
wieder den Rekord von Noten pro Sekunde um ein paar
hundert Anschläge nach oben setzen werden. Zaber
singt, als wolle er bei einem Iron-Maiden-Casting reüssieren,
Shankle spielt druckvolle Power-Riffs, während
Keyboarder Eddie Bethishou die Orchester dieser Welt
zu ersetzen sucht. Die düsteren Songs "Curse
of the Pharaoh" und "A Raven at Midnight"
haben Klassikerqualität - insbesondere letzteres
kann mit Ohrwurm-Refrain und ordentlichem Tempo überzeugen.
Nicht wirklich gelungen dagegen ist "Calling All
Heroes", ein Stück, das gerne eine große
Feuerzeugschwenk-Ballade wäre, aber doch nur Pathos
bietet.
Textlich gesehen bietet das Album bestenfalls Klischee
und schlimmstenfalls Kitsch. "Her grief cuts deep
like a knife, a knife made of guilt" wird da der
bildliche Holzhammer geschwungen, und später ist
sogar vom "tolling of the bell" die Rede.
Auch die Jazz- und Klassik-Elemente, die Presseinfo
und Website ausmachen wollen, sind eher Gerücht:
Ashes to Ashes ist natürlich ungefähr so jazzig
wie weiland Peter Alexander.
Bei aller nebensächlichen Nörgelei kann
die David Shankle Group durchaus überzeugen. Wer
altmodischen Power-Metal mag, findet auf diesem Album
exzellent gespielte Songs mit attraktivem Sound und
eingängigen Melodien.
#christian
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