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| Dilated Peoples Neighborhood
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Purer Hip-Hop
3. Mai 2004
Die Dilated Peoples sind auf "Neighborhood
Watch" mit einem Album zurück, welches den
Anspruch vertritt, durch und durch Hip-Hop zu sein.
Nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger.
Mit dem puristischen B-Boy Manifest "The Platform"
feierten die Dilated Peoples ihren Einstand in der Rapwelt,
um dann nur kurze Zeit später mit ihrem Nachfolger
"Expansion Team", für noch heftigeres
Kopfnicken unter den Rapfans rund um den Globus zu sorgen.
Nun beglücken uns die drei mit ihrem dritten Longplayer
namens "Neighborhood Watch".
Vorausgeschickt wurde die nun schon seit einigen Wochen
auf diversen Radio- und Fernsehsendern rotierende Single
"This Way". Eine unverschämt poppige
Nummer, produziert vom derzeit omnipräsenten und
alles zu Gold machenden Kanye West, deren treibender
Beat einen sofort fesselt und die Grenze zwischen dem
sogenannten "Underground" und dem kommerziellen
Rap verschwinden lässt und uns die Unsinnigkeit
solcher Kategorisierungen vor Augen führt. Eine
Hommage an Jam Master Jay : "I dedicate this to
Jam Master Jay / Run D.M.C. showed me how to walk this
way" beschließt schließlich diese 4
Minuten großartige Rapmusik.
Doch auch der Rest der Platte besticht mit konstant
gutem Songmaterial, fest verankert in der New Yorker
Hip-Hop-Tradition der frühen Neunziger, ohne aber
den Bezug zur (musikalischen) Gegenwart zu missen.
Weiters positiv hervorzuheben wären hier, dass
zusammen mit Devin The Dude eingespielte "Poisonous",
auf welchem Rakaa und Evidence textlich ihre Probleme
mit der Frauenwelt abhandeln, sowie das hypnotische,
von Evidence musikalisch genial in Szene gesetzte "Love
and War". Auf "Big Business" spart Rakaa
nicht mit harten Worten gegenüber der kriegstreibenden
Regierung seines Landes, er erklärt dass "anti-war"
nicht gleichbedeutend mit "anti-american"
ist und bezeichnet sich selbst als "The Rap Michael
Moore."
Raptechnisch liefern die beiden MCs solides Handwerk,
Meisterleistungen vergleichbar mit denen eines Nas oder
Pharaoeh Monch darf man aber keine erwarten. Das liegt
einerseits an den voraussehbaren Reimen als auch an
ihren Flows, denen es etwas an Abwechslung mangelt.
Wer aber auf der Suche nach 60 Minuten purem Hip-Hop,
ohne nennenswerte Ausfälle und störenden Schnickschnack
ist, der wird mit "Neighborhood Watch" mehr
als belohnt . Denn wie rappt Evidence auf "Marathon"
so treffend: "I don't train for sprints, I train
for marathons".
#michael schernthaner
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