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Verbal Ninjas
25. Juni 2004
Böse, gefühlvoll, ohrwurm-verdächtig:
FRITZ hat in das neue Album "D12 World" vom
Dirty Dozen reingehört.
Sechs Detroiter, hundert verschiedene Namen, eine Crew
und ihre zweite Runde: Nach Devil's Night hat D12, das
Dirty Dozen, sein zweites Album, "D12 World",
auf den Markt geschmissen. In der ersten Single "My
Band" nehmen die Rapper gleich einmal die Medienwelt
auf's Korn. Denn für die Jungs rund um Eminem steht
fest: Em aka Slim Shady ist nur einer von ihnen - und
nicht, wie es Journalisten gerne darstellen, der Leadsinger.
Sharp-tongued as ever kommentiert der Doch-Nicht-Front-Man
Eminem auch diesmal die Welt - keine Rede von blauem
Himmel und weiß gestrichenen Zäunen. Zynisch
und mit gewohnt bösen Reimen stochert er in gesellschaftliche
Eiterbeulen.
Für gefühlvolle Songs auf D12 World ist
Kon Artis zuständig. Wem bei dem Namen noch kein
Rhythmus zwischen den Ohren hämmert, dem sei geholfen:
50 Cents P.I.M.P. wurde von ihm produziert. Rap allein
ist ihm mittlerweile zu langweilig: seine Songs sind
mit R'n'B- und vor allem Funk-Elementen durchzogen.
So hat jeder der sechs D12-Rapper seinen eigenen Stil,
eigentlich sogar zwei - jedes Bandmitglied hat noch
ein alter Ego. Daher auch die Zahl zwölf: Dirty
Dozen.
Wortgewalt gehört zu Eminem aka Slim Shady, allein
Bizarre aka Peter S. Bizarre macht ihm Konkurrenz, wie
Kuniva aka Rondell Beene noch aus Zeiten vor der Bandgründung
weiß: "Bizarre is wicked 'cause he'll say
shit that others won't! When somebody like Bizarre got
in front of the mic, we never knew what he might say."
Swift aka Swifty und Kon Artis aka Denaun Porter vervollständigen
das Sextett.
Begonnen hat alles in der Schulzeit: beim Battle-Rap
haben sich Detroiter Jungs gemessen. Auch wenn sich
die Detroiter Hip-Hop-Szene nicht mit New York vergleichen
ließ - die Rapper gaben ihr Bestes: "Bevor
wir überhaupt an eigene Platten gedacht haben,
war unser einziges Ziel, wie Verbal Ninjas zu sein.
Später, als wir uns regelmäßig zum Battle-Rap
getroffen haben, hatte jeder seine eigene Crew. Wir
wollten auch eine . . . ", erinnert sich Proof
an die Gründung. Mit dabei war damals auch noch
Bugz. Er wurde jedoch im Mai 1999, kurz vor Vertragsabschluss
mit Shady Records, erschossen. Ihm, der den Erfolg nicht
mehr miterleben konnte, widmeten die Sechs "Good
Die Young".
Bei der Gründung von D12 versprachen sich die
Jungs, auch Einzelerfolge zu teilen. Mr. Shady hielt
Wort hat neben seinen Solo-Projekten den Rest der Gruppe
nicht vergessen: Nach seinem Film "8 Mile"
sind die Brothers from different Mothers gemeinsam auf
die nächste Stufe der Bekanntheit geklettert. (Doch
nicht nur der "verrückte weiße Junge"
verhalf der Truppe zum Sprung aus dem kleinen Detroit
auf das große Rap-Parkett Amerikas. Proof, Bizarre
und Swift hatten solo bereits früher - wenn schon
nicht die Bühne und den Plattenmarkt - zumindest
den Underground erobert.)
Jetzt soll es noch weiter nach oben gehen. Mit D12
World kommen die Verbal Ninjas ihrem Ziel einen großen
Schritt näher.
#dini lettner
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