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| Cypress Hill Til
Death Do Us Part |
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Lebenszeichen aus den Temples
of Boom
1. Mai 2004
Mit ihrem neuesten Album "Til Death Do US Part"
knüpfen Cypress Hill nahtlos an ihre musikalischen
Großtaten Mitte der Neunziger an.
Mit ihrem 1991 erschienenen, selbst betitelten, Album
etablierten die Herren B-Real, Sen Dog und DJ Muggs
den Latin-Flavour in der weiten Welt des HipHop, um
mit ihren darauf folgenden Alben "Black Sunday"
und "III (Temples of Boom)" zur Kultband unter
den Jugendlichen weltweit, auch in Österreich,
zu avancieren. Obwohl die in ihren Liedern, mit bedrückender
Intensität geschilderten, vor Gewalt strotzenden,
Episoden des Ganglebens in L. A. doch so wenig mit der
Realität eines typischen weißen Mittelstandkindes
zu tun hatten.
Aber egal. Auf keiner Klassenfeier, egal ob unter Rock-,
Techno- oder Rapfans, durften die Hits von Cypress Hill
fehlen und so manche Party erreichte ihren Höhenpunkt,
wenn alle wie aus einer Kehle die Refrains von "Insane
In The Brain", "Hits From The Bong" oder
" Boom Biddy Bye Bye" intonierten.
Nun lassen sie mit " Till Death Do Us Part",
ihrem bisher wohl in sich stimmigsten Werk, ihre leidigen
Crossoverversuche von "Skulls&Bones" und
"Stoned Raiders" vergessen und erweitern ihre
Klangpalette stattdessen um ein wenig Reggae. Nachzuhören
zum Beispiel auf dem zusammen mit Damian Marley eingespielten
"Ganja Bus".
Durch das ganze Album hindurch zieht sich B-Reals markante
Stimme wie ein Handschuh über das Soundgerüst
von DJ Muggs. Die Beats erweisen sich vielfältig
wie ein Panoptikum, vom unglaublich funkigen "
Latin Thugs" bis hin zum bedrückend düsteren
"One Last Cigarette", dessen schleppender
Beat beinahe einem Requiem gleicht. Prodigy von Mobb
Deep schaut auch auf ein Feature vorbei und sein zurückhaltender
Rapstil bietet einen guten Kontrast zu B-Reals nasalem
Flow.
Das Album ist großteils von ziemlich düsterem
Charakter gezeichnet, dominiert von Streichern, behutsam
eingesetzten Gitarren, bedrohlich anmutende Synthies
sowie trocken klatschenden Drums, die wie Gunshots klingen.
Textlich ist alles beim Alten geblieben, gewohnt direkte
Lyrics über das Leben und Sterben in L. A., ohne
aber irgendetwas beschönigen zu wollen. Die Musik
jedenfalls überzeugt. Und so ist der Albumtitel
hoffentlich ein Versprechen, welches wörtlich zu
nehmen ist.
#michael schernthaner
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