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| Bleeding Through The
Truth (Trust
Kill/ Roadrunner) |
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Durchblutungs-störungen
22. Februar 2006
Laut, aggressiv, ehrlich: "Bleeding Through" schreien
auf ihrem neuen Album "The Truth" bis die
Stimmbänder streiken.
"I don't give a fuck!": die ersten
Worte als Begrüßung fielen auf dem neuen
"Bleeding Through"-Album nicht gerade herzlich
aus – Wahrheit
tut aber eben manchmal weh. Schmerz ist es vermutlich
auch, was die blutverschmierte Gestalt auf dem Cover
fühlt. Ist es ihr Blut,
oder das eines anderen?
Willkommen zu "The Truth": Mit voller Wucht kracht
der Opener "For Love and Failing" auf den Hörer
ein, kompromisslos und ohne Schonfrist.
Sanfte Töne haben hier Hausverbot, soviel steht
fest. Erst mit "Love In Slow Motion" schleichen
sich ruhigere Passagen ein, die allerdings nicht
von Dauer sind. Robuster Leitfaden der Scheibe: "The
powerless turned powerful".
Brandan, Scott, Brian, Derek, Ryan und Marta haben
ihre Wurzeln im Hardcore-Sektor. Oder wie sie selbst
behaupten im "Man In Black", Johnny Cash.
Auf ihrer neusten Metalcore-Schreiorgie ist davon allerdings
nur noch wenig zu hören. Es dominieren die metallischen
Töne. Nur selten ringt sich Sänger Brandan
Schieppati dazu durch, gemäßigtere Melodien
einzustreuen. Das melodische Element im Sound des Sechsers:
eine Rarität.
Doch das wird Fans vermutlich nicht stören. Ganz
im Gegenteil. Sie lieben und respektieren "Bleeding
Through" gerade wegen deren Härte und Authentizität.
Straight, statt um den heißen Brei. Auch wenn
die Band inzwischen in den Genuss von Erfolg gekommen
ist, ihr Sound bleibt rau und verweichlicht nicht.
Metalcore, ohne wenn und aber: Diese Erkenntnis teilt
man mit den Fans spätestens nach zwölf Tracks
voller Intensität und musikalischer Brutalität.
Persönliche Lieblingsnummer: "Kill To Believe".
Fazit: Eigentlich sollte solch ungestüme Power
das Blut richtig zum Kochen bringen, denkt man zumindest.
Doch der Funke springt nicht über. Etwas mehr
Abwechslung und nicht ganz so minimalistische Hooks
hätten das monotone Geschrei durchbrechen und
angenehm auflockern können. Dem Werk fehlt ganz
einfach das Besondere.
#stephan kliemstein
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