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Major-Punks
21. April 2006

Die Pittsburgher Punk-rocker "Anti-Flag" geben sich auf "For Blood And Empire" auch nach dem Wechsel zum Major-Label US-kritisch.

Drei Jahre nach ihrem Werk “The Terror State” melden sich Anti Flag nun mit neuer Platte zurück. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Die Band wechselte zum einen von ihrem alten Plattenlabel Fat Wreck zu Sony und musste sich deswegen von vielen alten Fans „Sellout“ Vorwürfe anhören. Der Band ging es bei dem Wechsel, nach eigenen Aussagen, aber vielmehr darum so viele Leute wie möglich mit ihrer Message zu erreichen und auch in den kommerziellen Medien stattzufinden. Zum anderen wurde George W. Bush, den die linksgerichtete Band als größten Feind auserkoren hat, 2004 erneut gewählt und somit die Frustration der vier noch erhöht.

Major Label hin oder her, ihren Sound haben die vier Pittsburgher weitgehend beibehalten. „I’d tell you but...“ heißt der erste Track und empfängt einen gleich in typischer Anti Flag Manier – ein hymnischer Punkrockkracher par Excellenze. Es folgt „The Press Corpse“, erste Single des Albums und ein Minihit. Die Strophe kommt mit einem großartigen Bassriff um die Ecke, Sänger/Gitarrist Justin Sane leiert seine Sätze gekonnt in das Soundgerüst und der Refrain animiert zum Mitsingen, alles in allem die richtige Wahl für eine Single.

Im Verlauf des Albums schleichen sich allerdings doch ein paar Schwachstellen ein. So hat sich das Quartett dem Ska etwas geöffnet und setzt öfters mal festivaltaugliche Hüpfrhythmen ein. Der Song „Hymn for the dead“ überrascht hingegen mit Trompeteneinlagen und mit „One Trillion Dollars“ haben Anti Flag einen (beinahe) Akustiktrack auf das Album gepackt. Trotz dieser kleineren Experimente ist das Quartett zu jeder Sekunde erkennbar und so lange Hardcorekracher wie „State Funeral“ auf dem Album sind, können auch old school Fans der Band zugreifen.

Das Booklet ist wieder einmal gespickt mit Zusatzinformationen zu den einzelnen Songs und unzähligen Verweisen an Internet Seiten und Büchern, die sich mit politischen Themen beschäftigen. Im Idealfall (für die Band) nehmen sich die Plattenkäufer Anti Flag’s Message zu Herzen und werden zu politischen Aktivisten. Ansonsten bleibt dem unpolitischen Hörer noch ein Punkrockalbum, das zwar nicht so gut wie sein Vorgänger ist, aber trotzdem ordentlich rockt.

#martin reiter

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