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Wenn Engel singen . . .
11. Oktober 2004
Angelzoom bieten auf ihrem gleichnamigen Debütalbum
irdische Electronikmusik verfeinert mit himmlischen
Stimmen.
Hinter Angelzoom stecken Claudia Uhle, die Sängerin
von X-Perience und jede Menge Gastmusiker. Claudia,
die mit X-Perience drei Alben und etliche Singles veröffentlicht
hat, bekam Lust einmal ihre ganz eigene Musik zu machen.
Den musikalischen Stil von Claudia würde man wohl
am ehesten mit einer bunten Mischung aus Ambient, Electro,
Classic und Soft-Rock beschreiben.
In den Arrangements dominieren Keyboards, Orchestersounds
und Streicher, Schlagzeug wird weitgehend vermieden.
Und jedes Lied wird mit Frau Uhles Gesang begleitet.
Doch auch andere Stimmen sind zu vernehmen. Unter Anderen
leihen Joachim Witt, miLù und der neue Geheimtipp
"Roedernallee" dem Album ihre Stimme. Musikalische
Hilfe bekommt Angelzoom von Apocalyptica, Letzte Instanz,
Nik Page und der Gruppe The Inchtabokatables.
Komponiert hat Claudia auf eigene Faust, mit Unterstützung
von Bernd Wendlandt. Insgesamt kamen dabei 15 Lieder
heraus, die einen immer wieder neu und überraschend
erscheinen, aber dennoch immer angenehm vertraut wirken.
Die Musik lässt einen hoch hinauf in die Wolken
steigen, entführt einen in mystische Wälder
oder rührt einen zu Tränen. Oberflächlich
betrachten scheint alles langsam und sanft zu sein.
Doch wer tiefer in die Lieder hineinblickt merkt eine
unglaublich rockige Härte darin verborgen.
Unter anderem befinden sich auf der Scheibe auch mehrere
Cover wie Depeche Modes "Blasphemous Rumours,
Linkin Parks "Crawling" oder "Into My
Arms" von Deine Lakaien. Diese wurden alle vollkommen
neu interpretiert. Ob zum Guten oder zum Schlechten
muss jeder selbst wissen, doch auf jeden Fall nicht
in 08/15-Manier. Das Lied "Peace Of Mind"
hat es sogar auf den Original-Soundtrack von "Alone
In The Dark" geschafft, was wohl für sich
selbst spricht.
Die Wahl des Labels Nuclear Blast überrascht
zuerst, denn eigentlich ist man von NB ehre knallharten
Metal gewöhnt. Tatsächlich ist Angelzoom ein
Exot im Produktkatalog doch spätestens seit
der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Nightwish dürfte
das Label seine sensible Seite entdeckt haben.
Angelzoom spricht sicher die verschiedensten Leute
an: die Gothic-Fans werden genauso froh über das
Album sein, wie die, die Angelzoom beispielsweise zu
Enya oder ähnlichen Gesangswundern stellen werden.
Doch vor allem ist es für diejenigen ein Genuss,
die der hektischen Welt von heute für einen Moment
entfliehen wollen.
#manfred jansky
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