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| Amplifier Amplifier
(spv) |
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Doppel-Verstärker
22. Juni 2005
Die britische Rockband "Amplifier" legt
ihr Debütalbum
wegen schlechter Verkaufs-zahlen nochmals auf.
Live am 25. Juni im Rockhouse.
Das Rock-Trio „Amplifier“ aus Manchester
muss man nicht lange vorstellen. Das Maul
reißt
die Band selbst nämlich weit genug auf. Ihr Debütalbum
kündigten sie im Mai 2004 eingebildet mit den
Worten: „Amplifier, the biggest three pieces
in the world“ an. Dabei haben den Namen doch
schon unsere deutschen Nachbarn „Die Ärzte“ für
sich vor Jahren beansprucht, oder?
Aber: Selbstvertrauen schadet keinem Musiker. Zumindest
nicht, so lange man die geweckten Erwartungen erfüllen
kann. Und solange der Erfolg nicht ausbleibt. Gute
Rezensionen gab es für „Amplifier“ haufenweise,
und das sicherlich nicht ohne Grund. Doch die
Verkaufszahlen blieben niedriger als der Marianengraben
tief ist. Das Plattenlabel war ruiniert. Nun sind die
Jungs bei SPV in vermeintlich sicherem Hafen eingelaufen.
Und so fand das Debüt - mitsamt einer zusätzlichen
EP - vor kurzem erneut den Weg in die Plattenläden.
Denn vielleicht klappt es ja diesmal mit dem Durchbruch
. . .
Allerdings hat sich seit einem Jahr der Musikmarkt
sicherlich nicht stark verändert. Und der britische
Dreier spielt noch immer nicht so genial wie behauptet.
Das Debüt „Amplifier“ bietet ausgewachsenen
Rocksound irgendwo zwischen 70s-Revival, Indierock,
deftigen Gitarrenklängen, psychedelischen Einsprengsel
und epischen Klangtragödien. Einflüsse hört
man von Nirvana und Pearl Jam, aber auch von Led Zeppelin
oder Black Sabbath. Vom Gesang her wurde die Scheibe
wohl von Herrn David Bowie angehaucht. Ein bisschen
Tool und Radiohead ist auch mit von der Partie.
Da man zumeist über die gewöhnliche Singlelänge
weit hinausschießt, fehlt „Amplifier“ ein
bisschen die Kommerztauglichkeit, auch wenn man dem
mit zwei Videos nachhelfen wollte. Der Rock der Jungs
ist aber kein Produkt für die Masse, sondern etwas
für einen kleinen Interessenskreis, der Wert auf
Individualismus legt. Für so jemanden gibt es
sicherlich auf der Scheibe einiges zu entdecken.
Allerdings werden die sich auch damit abfinden müssen,
dass die Band nicht wirklich in Stimmung und Tempo
variiert. Amplifier bieten also im Prinzip immer das
Gleiche, nur in verschiedenen Tonlagen. Das macht das
Debüt für den Einen zum musikalischen Meilenstein,
den Anderen interessiert es herzlich wenig.
Wer die Scheibe nicht hat oder noch nicht ganz sicher
ist, was er von den Burschen halten soll, der kann
sich am Samstag, den 25. Juni, im Rockhouse live davon
einen Eindruck machen. Denn da ist „Amplifier“ endlich
auch einmal in Europa auf Tour, und zwar als Support
von Harmful.
#manfred jansky
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