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| Alternative Allstars 110%
Rock (SPV/Steamhammer) |
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Mehr Rock!
14. April 2004
Die "Alternative Allstars" von Mastermind
Claus Grabke dröhnen auf "110% Rock"
mit straightem Garagenrock aus den Lautsprechern.
Vorsicht ist ja mithin geboten, wenn die Promo-Info
eines Albums mehrere Absätze darauf verwendet,
mit wem die zu beurteilenden Musiker nicht schon alles
gespielt haben. Da steht dann: "Otto Klotz hat
mal bei Crazy Slipkornbizkit Townfarm getrommelt",
was ja an und für sich lobenswert ist, aber eigentlich
irrelevant, und dann werden zig Bands genannt, mit denen
sie schon mal auf der Bühne standen. Färbt
Talent ab?
Bei den Alternative Allstars ist die betreffende Info
des Labels lang, aber alle Befürchtungen zerstreuen
sich schon beim ersten Anhören der CD. Ab da ist
es dann nämlich egal, dass Bandmastermind Claus
Grabke obszön viele Projekte leitet und noch dazu
Skateboardchampion ist - die Musik ist von der ersten
Note an frisch und tönt druckvoll aus den Lautsprechern.
Die Allstars machen auf ihrem zweiten Album "110%
Rock", und das kann man als mathematisch korrekten
Satz so stehenlassen.
Nach der Etikette "Garagenrock" ist natürlich
schon alles Wissenswerte über das Album gesagt.
Schließlich zeichnet es diesen Stil aus, dass
er nicht den Kopf, sondern den Bauch anspricht. Das
Allstars-Album trifft hierbei ins Schwarze: Die Gitarren
schrammeln energiegeladen durch riffstarke Songs mit
feinen Melodien. Zu den einzelnen Songs kann man wahlweise
herumspringen oder auf- und abhüpfen, sieht man
mal von der obligatorischen Ballade "Emotions"
ab. Gastauftritte von den Sängern von den Donots
und 4LYN lockern das Album auf, hier und da denken die
Älteren unter uns an den Stadionrock der 80er,
und während die erste Single, "Rubberball",
für Stimmung sorgt, ist der eigentliche Favorit
das intensive "Take Me Higher" (inklusive
Mitschreifaktor ohne Aufpreis).
Die Presseinfo nennt das "ehrlichen Rock"
und weist stolz darauf hin, daß die Bandmitglieder
sogar ihre eigenen Bänder gewechselt haben. Den
Ehrlichkeits- und Authentizitätsanspruch von Rockmusik
werden wir wohl selbst nach zehn Jahren Grunge-Niedergang
nicht wieder los. Aber ob Grabke das ehrlich meint oder
nicht, ist doch eigentlich völlig egal: Wichtig
ist, dass das Album Spaß macht, unverbraucht klingt
und feine Song-Perlen bietet. Den uneingeschränkten
Genuss garantiert natürlich auch die Tatsache,
daß die Presseinfo den CDs gar nicht beiliegen
wird.
#christian genzel
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