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Die mexikanische Malerin Frida Kahlo verstand es, sich als bunter Paradiesvogel zu inszenieren. Daran knüpft Julie Taymors filmische Biografie "Frida" nahtlos an.
Sie wird heute als Kultfigur mythologisiert und als Ikone des Feminismus verehrt. Dazu trug das bewegte Leben der exzentrischen Künstlerin, die 1907 in Mexiko geboren wurde, ganz entscheidend bei. Frida Kahlos stürmische Ehe mit dem Maler Diego Rivera, ihre Affäre mit dem russischen Revolutionär Leo Trotzki und ihr sexuelles Verhältnis mit der Tänzerin Josephine Baker bieten idealen Stoff für Regenbogenpresse und Hollywood. Der künstlerische Aspekt ihres Schaffens wird da automatisch in den Hintergrund gedrängt.
Dieser Vorwurf kann auch dem engagierten Kahlo-Projekt der Filmemacherin Julie Taymor nicht gänzlich erspart werden. Zu stark wird das Privatleben der Künstlerin fokussiert: Bunte Szenen einer Ehe statt einer tiefgründigen Annäherung an das OEuvre der heute wohl berühmtesten Mexikanerin. Natürlich sind Leben und Werk von Frida Kahlo untrennbar miteinander verbunden. Als sie nach einem Verkehrsunfall, an dessen Folgen sie ihr Leben lang litt, ans Bett gefesselt war, begann die 18-Jährige mit der Malerei. In ihren Bildern arbeitete sie ihr persönliches Martyrium auf - bis zur schonungslosen Selbstentblößung. Das Leiden war Kahlos zentrales Thema. Auf die Leinwand gebannt wurde dies in einer eigenwilligen Mischung aus naiver Volkskunst und surreal anmutenden Fantasien. Leider klammert "Frida" die Reaktionen auf Kahlos Bilder und ihre Lehrtätigkeit, die als Schlüssel zum künstlerischen Denken fungieren könnte, völlig aus.
Dafür ist die Hauptrolle mit Salma Hayek ideal besetzt. Der Schauspielerin gelingt es, die unbändige Lebenslust, das körperliche Leid und die harten Schicksalsschläge völlig frei von Pathos zu vermitteln. Ebenfalls sehenswert: Alfred Molina als Diego Rivera und Geoffrey Rush als Leo Trotzki.
Die stärksten Momente des Streifens liegen in seiner Bildsprache, die Motive aus Kahlos Werk genial in filmische Szenen verwandelt. Aufwändige Animationstechniken und Specialeffects lassen die Grenzen von Film und Malerei miteinander verschmelzen. In diesen Sequenzen kommt "Frida" der Kahlo sehr, sehr nahe.
MICHAEL STADLER
© SN
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