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Authentisches Liebesdrama "Am anderen Ende der Brücke" mit Nina Proll und Susi Nicoletti als erste österreichischchinesische Kinofilm-Koproduktion.
Eine Liebe - quer über die Kontinente, groß und bedingungslos: "Am anderen Ende der Brücke", die erste chinesisch-österreichische Koproduktion überhaupt, basiert auf der wahren Geschichte der Fanny Ebner. Die Tochter des Wiener Polizeikommandanten, hier gespielt von Nina Proll, lernt vor dem Zweiten Weltkrieg einen chinesischen Polizei-Kadetten kennen und lieben. Sehr zum Missfallen ihres Vaters (Erwin Steinhauer), der ein Korps von chinesischen Polizeianwärtern ausbildet. Schließlich hatte die Wiener Polizei in jener Zeit international höchste Reputation in der Verbrechensaufklärung.
Gegen den Rat des Vaters, sehr zum Missfallen der Mutter und trotz der großen Enttäuschung ihrer besten Freundin, die einen Chinesen geheiratet hatte und bald angesichts gebrochener Versprechen ernüchtert nach Europa zurückgekehrt war, folgt Fanny ihrem Herzen. Sie nimmt alleine eine einmonatige beschwerliche Reise nach China auf sich und heiratet dort Ma Yunlong (Wang Zhiwen).
Der Film der chinesischen Regisseurin Hu Mei führt in eine Kultur, in der Fremde durchaus nicht mit offenen Armen empfangen werden. Und wo man sich den Sitten erst einmal anpassen muss, um akzeptiert zu werden. Was der jungen Frau, deren Erlebnisse Susi Nicoletti als betagte Fanny in Rückblenden erzählt, durchaus Probleme bereitet. Und deren Mut, in so unsicheren Zeiten alleine nach China zu gehen, aus heutiger Sicht noch erstaunlicher ist.
Die politischen Ereignisse, der Krieg, die Revolution, barbarische Umerziehungslager, in denen Ma Yunlong schmachtet und drangsaliert wird, bescheren Fanny schwierige Jahre und ein Leben in Armut auf dem Land. Die historisch authentische Fanny Ebner hieß Gertrude Wagner und ist kürzlich hochbetagt in China gestorben (siehe Kasten). Angebote, nach Europa zurückzukehren, hatte sie stets abgelehnt. Die Gründe werden im Film thematisiert.
Respektabel ist der durchaus kritische Umgang der chinesischen Regisseurin mit der Vergangenheit Chinas. Sie zeigt die fanatischen, willkürlich tobenden Roten Garden, die Armut auf dem Land und die Liebe zwischen den Protagonisten, die alle Probleme überwinden - in einer Ästhetik, die Hollywood-Kitsch ferne ist.
Neben dem federführenden Salzburger Produzenten Josef Koschier war mit Christian Fuchs, dem Dramaturgen des Landestheaters, ein zweiter Salzburger beteiligt. Fuchs wirkte wesentlich bei der Entstehung des Drehbuchs mit.
Hauptdarsteller Wang Zhiwen ist im Jänner beim 8. Internationalen Festival der schönsten Liebesfilme in Moskau als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet worden. Nina Proll hätte ebenfalls einen Preis verdient.
Die erfolgreiche Abwicklung dieses Großprojekts, an dem mit Julia Stemberger, Muriel Baumeister und Karl Merkatz weitere renommierte österreichische Schauspieler mitwirkten, hat Produzent Koschier bereits drei Nachfolgeprojekte beschert, die in China spielen: internationale Koproduktionen, deren erste bereits ab September in Shanghai gedreht werden wird.
PIERRE A. WALLNÖFER
© SN.
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