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Sinnliche Liebesgeschichte
Sie liegt beim Analytiker auf der Couch und aus ihrem Innersten sprudeln - Küchengeheimnisse! Kochrezepte sind eben Marthas Leben, sie füllen sie ganz aus. Das kulinarische Credo: Pedanterie und ausgefeilte Logistik an den Töpfen. Martha ist Küchenchefin mit brillantem Gaumen und Verstand. Als Frau wirkt sie entschieden kälter als ihre warmen Speisen. Das Sinnliche ist eben nicht ihre Art.
Doch dann kommen Schicksalsschläge. Marthas Schwester stirbt und sie muss sich fürderhin um deren achtjährige Tochter kümmern. Mario, ein Italiener, wird als zweiter Koch angestellt. Weder für das Waisenkind noch für die Behandlung des Konkurrenten gibt es fertige Rezepte . . .
Die deutsche Regisseurin Sandra Nesselbeck erzählt in "Bella Martha" eine Geschichte darüber, wie ein kühler Kopf in Richtung Herz wandert. Ein anatomisches Wunder? Nachdem die Figuren einmal charakterisiert sind, ahnt man den Lauf der Dinge und wird nicht enttäuscht. Die kühle Deutsche und der feurige Italiener werden sich zusammenraufen. Die kleine Lina entdeckt natürlich bald die Liebe zum italienischen Essen.
Lauter Klischees? Freilich, und doch hat der Film doppelten Charme: Erstens sind Martina Gedeck (Martha) und Sergio Castellitto (Mario) liebenswerte Darsteller, die über alles Erwartungsgemäße hinaus den Hauptfiguren Ausstrahlung geben.
Und zweitens passt die Garnitur: Der Kamerablick in die Kochtöpfe und auf die zum Anrichten vorbereiteten Teller macht dem Kinopublikum schon mal den Mund wässrig.
Wenn Liebe durch den Magen geht, dann verdient dieser Film unsere ungeteilte Sympathie. Lasst uns also schmachten und schmatzen, bei "Bella Martha" braucht man sich für beides nicht zu schä-men.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN.
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