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Beim Begräbnis eines alten Partisanen ist plötzlich eine rätselhafte Erscheinung im Nebel aufgetaucht: Titos Geist, munkelt man.
Einige hängen Knoblauch auf, wie zum Schutz gegen Vampire. Doch den meisten Bewohnern des Inseldörfchens gibt der Fall von angewandter Parapsychologie Auftrieb. In den noch kommunistischkämpferisch sozialisierten Senioren fördert "Veli Duh", der Geist des großen Alten, einen mächtigen Ideologieschub. Doch auch die Segel der neugeistigen "Kapitalisti" blähen sich.
Der Bürgermeister mit Hotelier-Ambitionen sieht schon die Reisegruppen anmarschieren: zuerst die Ewiggestrigen aus dem eigenen Land, "und dann lassen wir Honeckers Geist erscheinen, für die Deutschen". Polit-Tourismus ist angesagt, denn "in Medjugorje geht es auch aufwärts, seit Maria erschienen ist".
Tatsächlich legt die Fähre an und spuckt Interessenten aus: zuerst einen mit der Angelegenheit ziemlich überforderten Inselpolizisten, dann die Veteranen der "7. Dalmatinischen Brigade". Der Staatssicherheitsdienst schickt zwei Agenten in die fremdeinfältige Inselwelt.
Das kroatische Kinopublikum schätzt den ironischen Blickwinkel des Filmemachers Vinko Bresan. Sein erster Spielfilm "How the War started on my Island" war überaus erfolgreich im Land, weil der Regisseur mit sicherer Hand das Seziermesser ansetzte an reaktionäres Denken und Mitläufertum. Jetzt eine denkbar schräge Satire: Vinko Bresan hat seine Landsleute genau beobachtet und die Erfahrung gemacht, dass der Geist neuer politischer Freiheit nicht selten von reaktionären Sub-Geistern hinweggeblasen wird. Jedenfalls vermeldet der Vorspann: nach einer wahren Begebenheit.
REINHARD KRIECHBAUM
© SN.
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