|
Julio Medems Filme sind Choreographien schicksalshafter Begegnungen
In seinem neuesten Werk "Lucia und der Sex" umkreisen einander Lucia und Lorenzo, wobei ihre gemeinsame Verankerung der Sex zu sein scheint. Doch Lorenzo quälen Schuldgefühle. Als er verschwindet, flüchtet Lucia auf eine phantastische Insel, wo sie Elena und Carlos trifft, deren Schicksal ebenfalls mit Lorenzo verwoben ist. Sie alle versuchen, von ihrer Vergangenheit loszukommen, deren Geheimnisse sich langsam im grellen Licht der Insel auflösen.
Die Insel selbst bietet dabei eine für Medem typische, symbolträchtige Landschaft voller merkwürdiger Leuchttürme und mysteriöser Löcher.
In verschiedenen Rückblenden, versehen mit heftigen Sexszenen, rollt Medem das Schicksal seiner Figuren auf. Lorenzo ist Schriftsteller, als Inspiration für seinen Roman braucht er Geschichten realer Menschen, doch er scheint zu weit zu gehen und zu versuchen, die Realität im Sinne seiner Romanschöpfung zu manipulieren.
Medem überzeugt mit visuellem Gespür. Seine Bildgestaltung in den glei-ßend hellen Insel-Farben wirkt aufregend schön. Andererseits scheinen die Verbindungen zwischen den Personen zum Teil recht konstruiert und hingetrimmt auf ein versöhnliches Insel-Finale. Aber vielleicht ist eine nachvollziehbar motivierte Handlung auch nicht das wichtigste an diesem Film.
HANNA SIX
© SN.
|