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Mel Gibson und Joaquin Phoenix im übersinnlichen Thriller "Signs - Zeichen" von M. Night Shyamalan
Am 13. September 2001 fand sich das Team von "Signs" zusammen. An diesem Tag wollte man mit dem Filmen beginnen. Doch es war der zweite Tag nach den Terroranschlägen und deswegen wurde abgestimmt: Sollte man den Dreh verschieben? Das Studio hätte jede Antwort akzeptiert. Alle entschieden sich fürs Filmen. Und irgendwie passt das zur Geschichte von "Signs". In der es um Ängste geht, um Mystik und Schicksal.
"Ist es möglich, dass es keine Zufälle gibt?", fragt Mel Gibson in einem dunklen Moment des Films. Dieser Satz gibt den roten Faden des Plots wieder. Der nämlich erzählt vom Priester Graham Hess (Gibson), der nach dem Unfalltod seiner Frau vom Glauben abgefallen ist und seinen Job an den Nagel gehängt hat. Mit seinen beiden Kindern und seinem Bruder (Joaquin Phoenix) ist er aufs Land gezogen, doch auch dort kommt er nicht zur Ruhe: Fußballfeldgroße Kornkreise haben sich über Nacht in seine Maisfelder geschlagen, die Einwohner stehen vor einem Rätsel. Fremde schleichen ums Haus, Hunde bellen, aus dem Babyphon knackt es sonderbar - kann es sein, dass Außerirdische zu Besuch sind?
Mit leisen Tönen Gänsehaut verbreiten, das ist M. Night Shyamalans Lieblingsbeschäftigung. Der junge indischstämmige Filmemacher ist Hollywoods Hätschelkind und Multitalent. In "Signs" übernahm er das Drehbuch, die Regie und die Produktion. Er sagt, er lasse das Augenzwinkern, das andere übernatürliche Filme immer haben, einfach weg.
Shyamalan, der das Wort Nacht - Night - ja schon im Namen trägt, zieht sein parapsychologisches Spielchen ernsthaft durch, ohne billige Effekte, aber mit humorvollen Details und dem Wissen: Was man nicht sieht, das macht am meisten Angst.
So gelang ihm mit "Signs - Zeichen" ein US-Blockbuster, der gekonnt ist und gut und so etwas wie ein intelligentes "Independence Day". Insgesamt vielleicht etwas zu spirituell und auch ohne ganz gro-ße Überraschungen, aber nach "The Sixth Sense" und "Unbreakable" drehte Shyamalan nun schon den dritten Film in Folge mit meisterlichen Mystery-Merkmalen. Das kann kein Zufall sein.
DANIEL RONEL
© SN.
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