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Kathryn Bigelows U-Boot-Thriller "K-19 - Showdown in der Tiefe" mit Harrison Ford und Liam Neeson
Kathryn Bigelow, seltener Fall einer weiblichen Actionfilm-Spezialistin, widmet sich in ihrem neuesten Werk einer wahren Begebenheit. "K-19: Showdown in der Tiefe" erzählt von den Unglücksfällen auf der Jungfernfahrt der K-19, des ersten sowjetischen Atomunterseeboots. Mit an Bord sind Harrison Ford und Liam Neeson als Kapitän und erster Offizier.
In der Bigelowschen Darstellung der Geschichte stehen die sowjetischen Militärs 1961 stark unter Druck, endlich auch ein nuklear betriebenes U-Boot in See stechen zu lassen, denn amerikanische U-Boote tauchen bereits gefährlich nahe vor sowjetischen Küsten. Doch schon im Heimathafen häufen sich Unfälle, das Zusammentreffen von Ausfällen bei der Mannschaft, schlechter Ausrüstung und unbeugsamen Vorgesetzten lässt Schlimmes befürchten. Unweigerlich spitzt sich die Situation auf See zu: Ein Leck im Kühlkreislauf des Reaktors der K-19 könnte zu einer nuklearen Katastrophe führen.
Über weite Strecken des Films setzt Bigelow auf altbekannte Bilder: Die klaustrophobische Enge des Bootes, die schon bei Übungen in wildes Durcheinander geratende Mannschaft oder die Schweißperlen auf den Stirnen beim Tiefen-Belastbarkeitstest hat man in anderen U-Boot Filmen schon ähnlich gesehen.
Auch Motive wie der Konflikt zwischen strenger Befehlstreue ("Der Terminplan ist einzuhalten, wir erfüllen ihn, oder wir gehen unter!") und Einstehen für die Mannschaft, der sich im psychologischen Duell zwischen Kapitän und Offizier äußert, wirken wie schon dagewesen.
Erschütternd sind allerdings jene Szenen, in denen sich Bigelow auf die menschliche Seite der Katastrophe konzentriert. Der Störfall im Reaktor muss von der Mannschaft behoben werden, was Arbeiten in höchst verstrahlten Räumen bedeutet. In Zweiergruppen werden die "Freiwilligen" für je zehn Minuten in den Reaktorraum geschickt.
Das Grauen steht ihnen glaubhaft ins Gesicht geschrieben, wenn sie ihre Vorgänger, die sich kaum mehr auf den Beinen halten können, mit strahlenverbrannten Gesichtern aus der Luke herauskriechen sehen und wissen, dass es ihnen ebenso ergehen wird.
Wenn man davon ausgeht, dass der im Vorspann gezeigte Satz stimmt: "28 Jahre konnte diese Geschichte nicht erzählt werden", dann hätte man sich vielleicht gewünscht, dass die an sich spannende Geschichte nach all den Jahren etwas weniger klischeebeladen geschildert wird.
HANNA SIX
© SN.
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