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Amadeus - Director's Cut
Wiedersehen mit Freude
Milos Formans mit acht Oscars ausgezeichneter Mozart-Film "Amadeus" im "Director's Cut"

Auch nach fast zwanzig Jahren gilt: von diesem Film kann man nicht genug bekommen. Regisseur Milos Forman, der für "Amadeus" 1984 einen von insgesamt acht Oscars erhielt, bietet in dem um etwa zwanzig Minuten längeren "Director's Cut" zwar nicht wirklich Szenen an, die man vermisst hätte - etwa: Konstanze, barbusig vor Salieri hingabebereit, um für ihren Wolferl eine Anstellung bei Hofe durchzusetzen -, aber das Wiedersehen und vor allem -hören im neuen Digital-Sound macht Freude.

Der Film, der (wie schon die Bühnenvorlage von Peter Shaffer) an jener Legende weiterstrickt, dass der zu Lebzeiten (1750 - 1825) selbst hochberühmte Opernkomponist Antonio Salieri Mozart ermordet habe, behauptet in keinem Augenblick einen historischen Anspruch: die Intrigen-Handlung um den köstlich infantilen, bezaubernd irre kichernden Wolfgang Amadeus spielt in einem bewusst zur Schau gestellten Theaterkulissen- Wien.

Forman ging es nicht so sehr um die Verfilmung einer literarischen Vorlage als um die Darstellung kreativer Prozesse: eine Schlüsselszene zeigt Salieri am Bett des todkranken Mozart, der ihm - "direkt aus dem Kopf", was der Film-Salieri schon immer an seinem jungen Rivalen bewunderte - Teile der Orchesterfassung seines "Requiems" diktiert. Das ist das Hauptanliegen dieses Filmklassikers: Menschen im Umgang mit Musik zu zeigen. Da ist der dilettierende Kaiser, dessen Urteil über Mozarts Musik entlarvend ist: "Zu viele Noten!" Da ist die ehrgeizige Sängerin, der um künstlerischen Ausdruck sogar mit Gott ringende Salieri und das anarchische musikalische Genie, der gottgeliebte Amadeus, der auch sein letztes Bühnenwerk "Die Zauberflöte" noch eine Woche vor der Premiere im Gedächtnis und nicht auf dem Notenpapier hat.

F. Murray Abraham, der als greiser Salieri in der Nervenheilanstalt vor einem staunenden, zunehmend erschrockenen Priester keine Lebensbeichte ablegt, sondern Gott sein Leben und seine Untaten triumphierend vor den Richterthron wirft und - in der Rückblende - auch den jungen Salieri als in Eifersucht sich verzehrenden Musiker psychologisch einleuchtend zeichnet, wurde für seine darstellerische Leistung zu Recht mit einem Oscar ausgezeichnet.

Wenigstens in diesem Punkt siegte Salieri über Mozart: dessen Darsteller, der exzellente, quirlige Tom Hulce musste sich mit einer Oscar-Nominierung begnügen . . .

Im Salzburger Filmkulturzentrum "Das Kino" ist "Amadeus" im "Director's Cut" an jedem Freitag im August zu sehen (jew. 20.45; Info: 0662/87 31 00).

GÜNTER VERDIN

© SN.

 

diese seite | 02.09.2002 | 14:43

Daten und Fakten

Regie: Milos Forman

Schauspieler: Tom Hulce, u.a.

Genre: Drama

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