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Ein gelungener Versuch der Disney-Studios, mit der Zeit zu gehen.
Irgendwann erfasst es auch die großen Dampfer. Dass es so nicht mehr weitergehen kann, hat nun auch der Unterhaltungsriese Disney bemerkt. Die Zeichentrickwerke aus der letzten Zeit wollten nicht mehr so recht funktionieren und mit althergebrachten Musicalschnulzen wäre auch nichts mehr zu gewinnen gewesen. Deshalb entschied man sich für die freche Tour und schickt nun ein kleines Sabberwesen mit Kulleraugen ins Rennen.
Was äußerlich an eines der japanischen Pokemon-Monster erinnert, ist in Wahrheit eine genmanipulierte Roboter-Fehlkonstruktion. Weil es kurz nach seiner Entstehung wieder vernichtet werden soll, entschließt sich "Experiment 626", vor seinen Erfindern zu fliehen. Und landet auf einem der schönsten Flecken der Erde - Hawaii.
Dort schmeißt sich der Außerirdische prompt an den Hals von Waisenkind Lilo. Das einsame Hulamädchen nimmt den intergalaktischen Flüchtling sofort als Schoß-hündchen auf, nennt ihn Stitch, hängt ihm Blumen um den Hals und drückt ihm eine Ukulele in die Pfoten. Fantasy, Surferkitsch und Elvis-Presley-Songs - mit dieser Mischung versucht es Disney also.
Im Vergleich zu den aktuellen, hoch witzigen Computertrickfilmen wie "Ice Age" oder "Die Monster AG" tut sich "Lilo & Stitch" etwas schwer, zumal die handgezeichneten Comicfiguren und Aquarelllandschaften zwar hübsch anzusehen sind, dennoch leicht überholt wirken.
Der neue Disney will anders sein, ist es letztlich aber nur vordergründig. Denn traditionsgemäß heißt es zum Schluss hin: Nur brave Kinder, die sich benehmen, bekommen ein Happy End. Und trotzdem hat es "Lilo & Stitch" zu zwei Errungenschaften gebracht: Verschnörkelte Disney-Elemente sind abgestoßen und mit einem anderen überirdischen Helden konnte mitgehalten werden. In den US-Kinocharts ist das Zeichentrickabenteuer bislang genauso erfolgreich wie der neue Tom-Cruise-Film.
DANIEL RONEL
© SN.
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