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Ayurveda - Die Kunst des langen Lebens
Menschen helfen
Ein Dokumentarfilm fordert vom Zuseher die Bereitschaft, ihm unbesehen eine Botschaft abzukaufen.

Ein Regisseur hat sich mit einem Thema beschäftigt, er steckt mit Herz und Verstand in der Materie, er hat sich nach gründlichen Studien ein Bild gemacht, und dieses will er der Menschheit weitergeben. "Ayurveda" ist solch ein Film, der entstanden ist, weil Pan Nalin überzeugt ist, dass diese uralte, aus Indien stammende ganzheitliche Heilkunst den Menschen näher zu seinen Wurzeln bringt.

Es geht nicht nur um das Heilen einer Krankheit, sondern um ein spirituell ausgerichtetes Leben, das den Menschen mit seiner Umwelt versöhnt. "Ich bin als Kind in Indien auf dem Land groß geworden, und so hatte ich die Möglichkeit, Ayurveda hautnah mitzuerleben. Meine Familie glaubt bis heute fest an Ayurveda, so wie sie es bereits seit Generationen tut." Pal Nalin singt also das Hohelied von Ayurveda, er lobt und preist, was die Kamera hergibt, und gibt sich in jedem Augenblick voller Dankbarkeit und Demut.

Von Anfang will Nalin den Beweis antreten, dass die traditionelle Heilmethode die bessere Weise ist, den Menschen zu helfen.

Er macht Besuche bei Ärzten, lässt sie ausgiebig zu Wort kommen. Diese sind gesprächsfreudig, reden nur von Erfolgen und einer Ehrfurcht gebietenden Geschichte. Menschen, die die Schulmedizin schon abgeschrieben hatte, gesundeten, für körperliche wie für seelische Leiden gleichermaßen darf mit Heilung gerechnet werden. Der Zuseher wird in die Rolle eines Gläubigen gedrängt, für Skeptiker ist kein Platz.

Die Arzneien sind reine Naturprodukte, Kräuter, Mineralien, Rinde, alles wird verarbeitet im Dienste der Gesundheit. Das europäische Denken kann man vergessen. Der Film präsentiert uns Wunderheiler, die komplizierte Theorien ausbreiten und einfache Mittel bereitstellen. Der Film appelliert an das Gefühl des Zusehers. Die Musik macht ihn weich und gefügig, die Bilder von Natur und Einfachheit erinnern daran, dass ihn die Zivilisation vermurkst hat, die Dialoge führen vor Augen, dass es eine Wirklichkeit jenseits der Vernunft gibt.

Eine Szene vor allem ist bemerkenswert. Darin ist die Rede von einer Krisensitzung der Gurus im Himalaya-Gebiet. Sie machten sich Sorgen um die Menschen, die drauf und dran waren, die Wälder zu verlassen, um sich in Dörfern niederzulassen. Das, so meinten sie, konnte nicht gut gehen.

"Ayurveda" ist der Film zur rechten Zeit. Er bietet Hoffnung und fordert zur inneren Einkehr auf.

ANTON THUSWALDNER

© SN.

 

diese seite | 22.07.2002 | 11:08

Daten und Fakten

Regie: Nalin Pan

Genre: Dokumentarfilm

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