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Jim Caviezel in der Neuverfilmung von Regisseur Kevin Reynolds
Der klassische Abenteuerstoff aus Alexandre Dumas' Roman "Der Graf von Monte Christo" wurde schon oft verfilmt. Richard Chamberlain oder Gèrard Depardieu spielten den von seinem besten Freund verratenen Edmond Dantes, dem nach 13 Jahren Gefängnis im Chateau d'If die Flucht gelingt. Er findet einen Schatz und wird damit so reich, dass er an seinen früheren Widersachern erbarmungslos Rache nehmen kann.
Kevin Reynolds, der mit "Robin Hood - König der Diebe" das Abenteuergenre belebte, führte bei dieser neuen Auflage Regie. Jim Caviezel gibt einen recht passablen Grafen ab, dazu brilliert Guy Pearce ("L. A. Confidential") als sein Gegenspieler Mondego. Nuancenreich spielt Pearce den intriganten Widerling, der voll heimlichen Neids auf den begabteren, erfolgreicheren Dantes blickt. Dieser geht in seiner politischen Naivität Mondego auf den Leim und wird wegen Landesverrats eingekerkert.
Darauf folgen filmtechnisch schwierige Szenen - denn wie stellt man 13 ereignislose Jahre im Kerker dar, Jahre, die zwar Dantes' Wunsch nach Rache erklären, in denen der Held aber in seinem Abenteurertum quasi auf Eis gelegt ist? Reynolds lässt sich hier nicht viel Neues einfallen und dem Helden Haare und Bart wachsen.
Der muskulöse Körper braucht unter der Haft nicht zu leiden, und die Haare wirken auch immer recht frisch gewaschen. Für diese Unstimmigkeiten wird man allerdings später durch opulente Kostüme und schnell geschnittene Fechtszenen entschädigt.
Reynolds und sein Drehbuchautor Wolpert sind mit der Romanvorlage frei umgegangen und haben sich fast aller Zumutungen, die der Roman für den heutigen Zuschauer besitzt, entledigt. Auch Düsternis und Ambivalenz des Romanhelden werden ignoriert, stattdessen bietet Reynolds einen geradlinigen Helden in einem sonnigunterhaltsamen Film.
HANNA SIX
© SN.
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