|
Jungs und ihre Libido. Hollywood hat die hormongesteuerten Helden längst für sich entdeckt.
Und diesmal einen Dreh gefunden, der durchaus neu und unterhaltsam ist: Ganz der katholischen Fastendauer entsprechend, beschließt der junge Webdesigner Matt (Josh Hartnett), Sex und Bettgeschichten abzuschwören - für 40 Tage und Nächte.
Weil er zur Ruhe kommen und so die richtig wahre Liebe finden will, beschließt er: Kein Fummeln mehr, keine One-Night-Stands, kein Autopilot. Für seine Freunde hört sich das wie glatter Selbstmord an, schnell werden im Büro Wetten auf den Termin des vorzeitigen Einknickens abgeschlossen.
Der Sunnyboy aber hält eisern durch, doch da läuft ihm auch schon die reizende Erica (viel gelobt: Shannyn Sossamon) über den Weg. Wie kommt Matt damit klar und vor allem: Funktioniert auf diese Weise ein Film, der sich als "erste Sexkomödie ohne Sex" (US-Werbespruch) bezeichnet?
Eigentlich schon. "40 Tage und 40 Nächte" ist kein Zölibatsstreifen mit gemurmelten Keuschheitsgelübten und "Kein Sex vor der Ehe"-Sprüchen, sondern eine durchaus geschickt gestrickte Teenie-Komö-die. Ziemlich schlüpfrig und oberflächlich zwar, aber immer noch so, dass sie Laune macht und manchmal sogar richtig mitnimmt.
Und mit einem Josh Hartnett, der nach dem Kitsch-Koloss "Pearl Harbor" beweist, dass er nicht nur gut aussehen kann, sondern auch ganz gut spielen. Der aktuelle Mädchenschwarm betont in Interviews zwar immer wieder, er wisse wirklich nicht, warum er Erfolg hat, aber bei der Frage nach dem Marktwert hört die Bescheidenheit doch auf. Hartnett gehört mit seinen 23 Jahren schon zu den Topverdienern im Geschäft. Warum auch in jeder Hinsicht Verzicht und Enthaltsamkeit üben?
DANIEL RONEL
© SN.
|