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„Vertical Limit” – Martin Campbells Bergsteigerdrama mit unfreiwilligem Humor.
REINHARD KRIECHBAUM
Kaum scheint ein Ziel erreicht, kommt eine Lawine, tut sich eine Gletscherspalte auf oder passiert sonst Unliebsames. Jedenfalls stürzt die Seilschaft ins Seil, das am letzten Karabiner hängt. Und dieser hängt an einem Haken, der ruckweise aus dem Felsen bricht. Schade. Gerade noch hat die Kamera bei blendendem Wetter die imponierenden Achttausender des Himalaja ertastet,und nun das.DieWetterlage ändert sich eben sehr schnell in den Bergen – haben wir das nicht schon in der Schule gelernt? Es scheint am K2 auch so sein . . .
Die Dramaturgie von „Vertical Limit” wechselt brav zwischen Naturaufnahmen und Action. Die Handlung trägt die Sache gerade noch, die Spannung hält sich trotz Hochgebirgs-Stunts in Grenzen. Man durchschaut rasch, dass die Filmemacher von den gesicherten Wegen um keinen Millimeter abgewichen sind. Der Amerikaner, der für einen PR-Gag seiner Flugzeugfirma unbedingt auf den Achttausender möchte, hört nicht auf den Wetterbericht und schon gar nicht auf die Bergführer. Und wenn es aussichtslos ist, geizt er auch noch mit den lebensrettenden Medikamenten. Die anderen Darsteller japsen herzzerreißend nach Luft – wie man sich in Hollywood ein Bergdrama vorstellt . . .
Martin Campbell ist ein vielseitiger Regisseur: Mit „Die Maske des Zorro” landete er einen Kassenerfolg. Und er drehte den nicht minder erfolgreichen James-Bond-Film „Golden Eye”. Für „Vertical Limit” hat er sich mit einem entschieden zu schlechten Buch in unvertraute Höhenluft begeben.
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