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Francois Ozons "Unter dem Sand" mit Charlotte Rampling und Bruno Cremer.
PIERRE A. WALLNÖFER
Einsam sein und allein sein: das sind zwei Seiten derselben Medaille. Diese Erfahrung macht die Universitäts-Professorin Marie (Charlotte Rampling), deren Mann Jean (Bruno Cremer) während eines Urlaubs am Meer plötzlich verschwindet. Ist er ertrunken oder hat er sich aus dem Staub gemacht? Beides scheint möglich, denn die Jahre haben in der Ehe der beiden Spuren hinterlassen.
Wieder zu Hause angekommen, setzt Marie ihren Alltag fort, als wäre nichts geschehen. Mehr noch: sie spricht mit Jean, der ihr in Halluzinationen erscheint. Einem Studenten gegenüber leugnet sie sogar, an dem Urlaubsort gewesen zu sein. Regisseur Francois Ozon bewahrt das Rätselhafte am Verschwinden von Jean. Wie er das spirituelle Geheimnis des Todes für die noch Lebenden erfahrbar macht, gehört zu den Erlebnissen des Filmes. Denn das Verdrängen, in dem sich Marie übt, bietet keine Lösungen.
Immer wieder stößt Marie auf Spuren ihres verschollenen Mannes. Er ist sogar präsent, als sie sich auf eine neue Beziehung einlässt. Und es gibt zu Maries Überraschung Hinweise, dass er Selbstmord verübt haben könnte. Diese Andeutung der Schwiegermutter steht scheinbar im Widerspruch mit dem wortlosen Einverständnis des alten Ehepaares, wie es zu Beginn dem Zuschauer demonstriert wurde.
Dank Charlotte Rampling wird diese Marie zum auch emotionalen Mittelpunkt der Handlung, ohne großartig Emotionen zu zeigen. Vielmehr ist es seine Kälte, die den Film reizvoll macht. Echos eines Abschieds mischen sich mit den Versuchen, Tatsachen nicht wahrhaben zu wollen. Und mit einer (plumpen) Lösung will Regisseur Ozon sein Publikum nicht enttäuschen. Schließlich ist das ja ein französischer Film und keien Fließbandware aus Hollywood.
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