|
„Unbreakable – Unzerbrechlich”: Neue mysteriöse Geschichte des „The Sixth Sense”-Regisseurs M. Night Shyamalan mit Samuel L. Jackson und Bruce Willis.
DANIEL RONEL
Nein, leicht hat es der Film nie gehabt. So packend war der leise Spuk-Thriller „The Sixth Sense” Anfang des Jahres, dass tonnenschwere Erwartungen auf dem Nachfolger lasteten: Würde sein Ende genauso überraschen? Nach langer PR-Arbeit ist „Unbreakable” jetzt da – und das Damoklesschwert hat ihn erschlagen. Einfach so. Zwar kann das neue Filmrätsel, das wieder mit dem Paranormalen und Übermenschlichen flirtet, ohnehin dem Druck nicht standhalten, doch die schwache Vorstellung ist auch hausgemacht. Was in erster Linie an der Geschichte liegt: Als David Dunn (Bruce Willis) der einzige Überlebende einer verheerenden Zugkatastrophe ist, gibt die Diagnose „unverletzt” Anlass zur Sorge. 131 Pas sagiere sind tot und Dunn steigt aus den Trümmern – kratzerlos, schrammenfrei.
Ein Wunder? Fügung? Auch Elijah Price (Samuel L. Jackson) will es wissen. Er ist ein Mann, der an der Glasknochenkrankheit leidet, also höchst zerbrechlich ist. In dem scheinbar „unkaputtbaren” Dunn entdeckt er sein Gegenüber, einen modernen Superman. Er weiß, wovon er spricht, schließlich ist Price Comic-Experte . . . Das hört sich alles ein bisschen albern, konstruiert und kompliziert an? Stimmt. Denn die Story leidet unter zu viel Schwermut und Wichtigkeit, obwohl sie doch vor allem eines ist: banal.
„Unbreakable – Unzerbrechlich” ist ein handwerklich gelungener Film, doch hier dominiert die Form die Funktion, beispielsweise dann, wenn die Kamera großspurig, aber grundlos über den Charakteren kreist. Die entscheidenden Fragen, etwa warum Willis unzerbrechlich ist, werden dagegen nicht beantwortet. M. Night Shyamalan wollte viel, zu viel und nahm den Film (und sich wohl auch) zu ernst: Der 30-jährige „The Sixth Sense”-Macher genießt seit seinem weltweiten Erfolg Narrenfreiheit in Hollywood. Und das merkt man, wenn er beispielsweise in Interviews erklärt: „Kein Kritiker, kein Filmstudio konnten mich aufhalten.”
Nach dem relativen US-Kassenflop von „Unbreakable” aber könnte es passieren, dass er den inflationär eingesetzten Willis und Jackson schon bald miesepetrig hinterherschlurfen wird, genauso wie sie es im Film tun.
|